Every day the same shit

Das Artefakt
Erste Zusammenarbeit der Gruppe

Snohomish, Seattle

Mr. Johnson telefoniert seine Kontakte durch. Er muss ein Team zusammenstellen und hofft, dass es funktioniert, denn der Auftraggeber ist ein wichtiger Kunde. Außerdem war er ein Magier der grusligen Sorte, was er natürlich nie laut sagen, oder zugeben würde.

Als erstes rief er den kleinen Bücherwurm an, Vivi. Wobei “klein” in diesem Fall wörtlich zu nehmen war. Die Frau war ein verdammter Hamster. Wenngleich auch ein sehr schlauer Hamster. Er hatte schon öfter mit ihr gearbeitet (was natürlich bedeutete, dass er ihr schon ein paar Aufträge vermittelt hatte) und sie hatte bislang alles souverän erledigt. Sie war eine Magierin der angenehmen Sorte. Trotz ihrer kleinen Statur und ihrem eher unauffälligen Äußeren mit dem brünetten Zopf und den braunen Augen, hatte sie eine gute Figur. Die würde er durchaus gern mal auf den “Schoss nehmen”. Aber erstens würde sie vermutlich platzen und zweitens ging es hier um Geschäftliches. Das Telefonat war kurz, er bestellte sie für 22 Uhr ins Marys Diner.

Das Telefonat mit dem Troll war noch kürzer. Waren Trolle im Allgemeinen schon nicht besonders schlau, war dieser hier, namens Hatori, wirklich dumm. Andererseits musste er das auch nicht, denn mit seiner stattlichen Körpergröße, den üblichen Troll-Attributen und der Durchschlagskraft einer Abrissbirne, machte er auch so genug Eindruck, um durchaus zurecht zu kommen. Mr. Johnsons Anruf störte Hatori, als er gerade liebevoll seinen Bonsai pflegte. Sein kleiner Schatz war sein Ein und Alles. Schon seit Jahren umhegte er den Miniaturbaum – der für jeden anderen freilich ein stattliches Gewächs in Palmenformat darstellte – und er war wirklich stolz darauf. Kurz und knapp vereinbarten sie Zeit und Treffpunkt.

Mr. Johnson wollte den Rigger schon längst einmal testen. Er war ein lässig wirkender, recht unkomplizierter Zwerg von etwa 1,60m Größe und einer ordentlichen Portion Talent. Ein fähiger Rigger konnte ihm viel Geld einbringen, waren sie doch für Jobs aller Art sehr begehrt. Dieser hier war unerfahren, aber wenn er was taugte, könnte er eine kleine Goldgrube für ihn werden. Briz Masal liebte seine Werkstatt und die Schrauberei an den Autos und Drohnen, doch er freute sich über den Anruf von Mr. Johnson, versprach es doch mal einen etwas lukrativeren Job. Außerdem stand ihm der Sinn nach etwas Abenteuer. Also dann, um 22 Uhr im Marys Diner.

Über die scharfe Elfe war er zufällig gestolpert. Sie war offensichtlich neu in der Stadt und “frische Ware” erkannte Mr. Johnson sofort. Außerdem war die Schönheit kaum zu übersehen, wie sie so am Thresen der Kneipe lümmelte. Er weiß nicht mehr genau WIESO er ihr einen Job angeboten hatte, aber er brauchte sowieso noch jemanden für dieses Team und vielleicht hatte sie ja tatsächlich etwas auf dem Kasten. Lardia war eine eine Adeptin und dieser Auftrag war die perfekte Gelegenheit ihre Fähigkeiten zu testen.

22 Uhr

Marys Diner lag im Stadtteil Snohomish, einer etwas ländlicheren und ruhigeren Gegend von Seattle. Das Diner war im Stil der 1960er Jahre gestaltet und jeder der den Laden betrat, wurde von einem sexy rollschuhfahrenden Kellner oder Kellnerin begrüßt und an den Tisch geleitet. Das Treffen der Gruppe fand selbstverständlich im Hinterzimmer statt, wo das nötige Maß an Diskretion gewährleistet war. Die Runner hatten sich bereits eingefunden, als Mr. Johnson die Szene betrat. Und während sich Vivi beim Anblick des Trolls, der vorsichtig an den in seinen Händen wie Puppenspielzeug wirkenden Bierflaschen nuckelte, das Lachen verbiss, beäugten sich alle anderen misstrauisch.
Der Auftraggeber trat ein. Es war in der Tat ein unangenehm wirkender, blasser Mann von schlanker Statur, mit rituellen Tätowierungen auf dem rasierten Schädel. Ohne ein Wort des Grußes oder eine Vorstellung trat er ein, schätzte die Runde mit einem kühlen Blick ab und begann dann ohne Umschweife sein Anliegen vorzubringen: Ein Talisman war abhanden gekommen, auf dem Weg zu seinem Bestimmungsort. Scheinbar war der Fahrer, aus welchen Gründen auch immer, von der geplanten Route von Bellevue nach Snohomish abgewichen. Er hatte ein Route über die Redmonds genommen (Idiot), dort gab es einen Unfall und seither fehlt jede Spur von dem Artefakt. 15000 Belohnung winkten, für die Wiederbeschaffung bis spätestens 23Uhr des nächsten Tages. Das Angebot verfalle bei Nichteinhaltung der Frist, da der Talismann dann jeglichen Wert verliere. Keiner der Runner machte Anstalten, einen Rückzieher zu machen, also war der Deal in trockenen Tüchern. Mr. Johnson atmete innerlich auf.
Einziger Anknüpfpunkt für die Suche war ein Datenchip, auf dem die Route des Fahrers, sowie seine Abweichung und die Unfallkoordinaten enthalten waren. Außerdem das Bild einer Obidianstatue, wobei es sich wohl um das Artefakt handeln musste.
Mr. Johnson grübelte vor sich hin, ohne das durch seine neutrale Miene erkennen zu lassen. Er hatte solche Schnitzeljagden ins Blaue mit nur ein paar Bröckchen an Informationen immer gehasst. Zu viele unbestimmte Risiken, zu viele Variablen. Er rieb sich unbewusst eine Stelle am Bauch wo seine Narbe zu kitzeln begann. Tja, dachte er bei sich, so ist das Leben eines Runners eben.
Vivi hatte sich den Typ genau angesehen. Die Zeichen seiner Tätowierungen waren ihr bekannt vorgekommen, aber sie kam einfach nicht darauf woher. Aber ihr war klar, dass er Magier war und zusammen mit den Informationen, die sie über den Auftrag hatte, musste es sich bei dem Talisman um ein bereits magisch aufgeladenes Artefakt handeln. Daher auch die kurze zeitliche Frist, denn dann würde sich die magische Wirkung auflösen. So etwas hielt nicht ewig. Also nichts wie los. Nach einer kurzen Beratschlagung kam man überein, dass eine Stunde Zeitverlust gut investiert sei, wenn die Leute dadurch gut ausgerüstet an diese Sache rangehen könnten. Vivi brauchte keine Ausrüstung, sie brauchte nur ihr Köpfchen. Daher nutze sie die Zeit, indem sie sich über Lardias Burger mit Fritten hermachte. Diese hatte jetzt keine Zeit mehr dazu, ihn zu essen und es wäre doch schade drum.

23:45

Die Fahrt zur Unfallstelle verlief ereignislos, Briz hatte sie alle in seinem Bus untergebracht. Dort angekommen untersuchten sie den Tatort, aber außer ein paar Plastikteilen und der Kreidezeichnung sah er zunächst recht unspektakulär aus. Briz nahm das Schadensbild des Unfalls genauer unter die Lupe und kam zu dem Schluss, dass der Wagen wohl von hinten gerammt worden war. Und Vivi stellte bei der Untersuchung der Geisterebene nur fest, dass das Artefakt eindeutig hier gewesen und nun weg war. Was ihr noch auffiel, sie aber für sich behielt war, dass der Talisman unheimlich stark war. Die Magie war intensiv, mächtig und kunstvoll gewebt. Sie konnte nicht einmal ausmachen, welcher Art der Zauber war, nur dass die Kraft die darin steckte enorm war. Diese kleine Statuette war sicher gut und gerne 100.000 Credits wert. Kein Wunder, dass der Magier sie so unbedingt wiederhaben wollte. Dann entdeckten sie die Gangzeichen an der Leitplanke. Sowohl Vivi, als auch Briz kannten sie, sie gehörten zu den Crazy Monkeys, einer Gang aus den Redmonds mit etwa 15-30 Mitgliedern.
Vivi war schon etwas länger in der Stadt, und das ein oder andere schnappte man eben auf. Briz kannte sie aus der Szene. Sie waren bekannt dafür Autos auszuschlachten und die Teile dann weiter zu verkaufen. Immerhin hatten sie eine Spur.

Die Crazy Monkeys

Sie machten sich auf den Weg zum Hauptquartier der Crazy Monkeys, ohne einen klaren Plan zu haben, wie sie vorgehen wollten. An jeder Ecke des Viertels standen Mitglieder der verschiedenen Gangs, um ihr Revier zu markieren und zu verteidigen. Auch der Eingang zum Gebäude der Monkeys war bewacht und so parkten sie auf der Rückseite, um sich zu beraten. Schließlich schlug Vivi vor via Geistsuche hineinzugehen, um nach dem Artefakt zu suchen und Informationen zu sammeln. Dafür musste sie ihren Körper zurücklassen, der im Bus leblos in sich zusammensackte. Auf einer Zwischenebene der Existenz schwebte Ihre Essenz ins Lager der Gang. Der erste Raum öffnete sich groß vor ihr, wo mehrere Autos standen und einige Mitglieder der Gruppe gerade damit beschäftigt waren einen Wagen in seine Einzelteile zu zerlegen. Sie machte sich auf die Suche nach dem Artefakt. Bei der Energiemenge die es abstrahlte, sollte es leicht zu finden sein. Sie kam in ein unteres Stockwerk, wo einige Betten standen. Scheinbar ein Wohn- und Schlafraum der Männer und dort, auf einem Tisch, fand sie einen Hinweis auf das was sie suchte. Doch leider war es nur ein Abdruck, ein leichter Nachhall der Energiesignatur, die sie auch schon an der Unfallstelle wahrgenommen hatte. Also gut, hier konnte sie so nichts mehr ausrichten, zurück zu den anderen. Vivi kehrte zum Wagen zurück. Ihr Körper straffte sich, nur um zu stöhnen und die Hände an die Schläfen zu pressen. Sie nuschelte irgendwas von einer Kopfschmerztablette, berichtete dann aber detailliert von ihrem Ausflug. Die Runner sahen sich an. Nun blieb ihnen wohl nichts anderes übrig, als Briz´ Plan in die Tat umzusetzten, sich unter dem Vorwand Ersatzteile kaufen zu wollen, ein wenig umzuhören. Aus Gründen der Diskretion und zu Vivis Schutz, ließen sie Hatori bei ihr im Auto zurück.
Lardia und der Zwerg schlenderten entspannt auf die Wachen der Crazy Monkeys zu und während sie nach der ersten Musterung scheinbar als harmlos bestanden hatten, ging der rothaarige Kerl zu einer wohlwollenden intensiveren Musterung Lardias über. Sofort begann er sie anzubaggern. Briz Masal grinste und übernahm den geschäfltichen Anteil, indem er ihr Anliegen vorbrachte, einen Motor zu suchen; von dem Modell des Unfallwagens selbstverständlich. Ihnen wurde Einlass gewährt und man führte sie in die große Halle, wo die Wagen standen, wie Vivi es beschrieben hatte. Während der Zwerg damit begann, um Teile und Preise zu feilschen, entschuldigte sich Lardia und begab sich unter dem Vorwand zur Toilette zu gehen, auf die Suche nach Hinweisen. Doch anders als die Magierin, begab sie sich nach oben. Vorbei an den Toiletten kam sie auf ein Dach, wo leider zwei der Monkeys beim Rauchen standen und sie bemerkten. “He, was machst du denn hier?” rief der eine. Die beiden kamen auf sie zu. Sie setzte ein zuckersüßes Lächeln auf und erklärte, es tue ihr furchtbar Leid, sie habe sich auf dem Weg zur Toilette verlaufen. Männer glaubten unheimlich gern, Frauen seien komplett bescheuert, vor allem wenn sie ihr dabei auf die Brüste glotzen konnten. Die einfachsten Sachen funktionierten einfach am Besten, denn der eine winkte ab und grummelte “die ist da vorn im Gang rechts”, während der andere beschloss sie zu begleiten. Vielleicht war er misstrauisch genug, sie nicht alleine herumlaufen lassen zu wollen, aber nicht schlau genug sie für eine potentielle Gefahr zu halten. Er ging zu Boden wie ein gefällter Baum, kaum dass sie auf dem Flur allein waren. Mit einer “zufälligen” Berührung der Hand hatte sie ihn ins Traumland geschickt. Ihr Zeitfenster in dem niemand misstrauisch werden würde, schloss sich ohnehin, also kehrte sie zu Briz in die Halle zurück.
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Währenddessen im Bus: Vivi erholte sich zusehends und langweilte sich ein bisschen – der Troll war nicht der beste Gesprächspartner – als dieser verkündet “Hatori muss pinkeln” und sich aus dem Bus schält. Er ging zu einem Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite und schon ergoss sich ein schier endloser Strom gelben Wassers. Mit morbider Faszination verfolgte Vivi, wie sich ein reißender Strom in der Rinne der Straße bildete und langsam die Fahrbahn überflutete.
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Briz schien erleichtert, sie kommen zu sehen und sei es auch nur, weil er die Verhandlungen kaum länger herauszögern konnte. Sie schüttelte leicht den Kopf, als sie auf ihn zuging, um ihm zu signalisieren, dass sie nichts gefunden hatte. Er verkündete, er wolle das Gangmitglied begleiten, um die Ware zu prüfen. So kam es, dass sie ins Untergeschoss geführt wurden, wo der Zwerg Lardia überraschte, indem er ohne Umschweife eine Waffe zog und auf den Monkey richtete. “Wo ist das Artefakt?” donnerte er. Der Typ wand sich ein wenig und Briz wirkte nun ein bisschen hilflos, also kam Lardia ihm zu Hilfe. Gemeinsam kitzelten sie aus ihm heraus, dass der Rucksack mit dem Talisman wohl an einen gewissen Viktor verkauft worden war. Zu finden sei dieser Kerl in einer Spelunke namens Sputnik im Rentoner Viertel. Na wer sagts denn, EIN weiterer Hinweis. Eilig kehrten sie zum Bus zurück. Die Straße war plötzlich halb überflutet, wo vorhin noch alles in Ordnung gewesen war. “Ist hier irgendwo ein Hydrant geplatzt?” äußerte Lardia ihre Verwunderung.

Das Sputnik

Natürlich war das Sputnik eine Russenkneipe. Mit den üblichen Möchtegern-Gangstern vor der Tür, wenngleich diese hier sicher ernstzunehmender waren, als die gegelten Typen vor dem Marys Diner. Viktors Garagenladen grenzte direkt daran an, die Rolltore geschlossen. Verdammt. Also blieb ihnen nichts anderes übrig, als in der Kneipe herumzufragen. Und das bei den Russen, bekannt für ihre Geschwätzigkeit und ihr fröhliches Wesen. Was für ein Spaß.
Die Gruppe betritt also die Kneipe. Aus Gründen der Tarnung (!) bestellten erstmal alle beim fröhlichen Russen am Tresen einen Drink. Völlig unerwartet wollte der Barkeeper nichts über Viktor erzählen und so verabschiedete sich Vivi erstmal aufs Töpfchen, jedoch nicht ohne Lardia mit sich zu ziehen. Weiber! Dass die nicht allein aufs Klo gehen können. Aber die Elfe hatte gleich verstanden, was die kleine Frau von ihr wollte: sie sollte auf sie aufpassen, während ihr Geist ihren Körper verließ, um sich auf der Geistebene etwas umzusehen. Sie zogen sich in die eine der beiden Kabinen zurück, die nicht besetzt war – mit einem Russenpärchen beim Dampfhammer-Fick. Vivi war schon zusammengesunken, sie bekam also nichts mehr mit von der Geräuschkulisse aus eindeutig rhythmischem Scheppern der Kabine, Grunzen und… Anfeuerungsrufen der Frau? Vivi, die Glückliche. Andererseits, wer weiß was sie auf ihrer Ebene zu sehen bekam. Lardia beschloss, den Gedanken nicht zu vertiefen. Gerade unterzog sie die Kabine einem prüfenden Blick, als die Gestalt der Magierin sich wieder straffte. Sie war zügig in ihren Körper zurückgekehrt und sah diesmal auch ganz fidel aus. Sie sprang auf, rollte mit den Augen und machte mit den Fingern eine laufende Geste. Was entweder bedeutete, sie sollten aus der Kabine verschwinden, oder dass das Artefakt nicht mehr hier war. Wie auch immer, Lardia ergriff die Gelegenheit zur Flucht vor dem Erdbeben, dass “Da!” hieß. Sie kehrten zum Tresen zurück, wo Hatori bereits wieder Spielzeugbiere um sich sammelte. Vivi schüttelte unmerklich den Kopf, was wohl so viel hieß wie “es ist nicht da”. Sie setzte sich auf einen Barhocker (dafür, dass sie fast klettern musste, sah es erstaunlich elegant aus), stützte das Kinn in die Hände und schaute den Barkeeper groß an. Die Jungs hatten offenbar schon versucht Fragen zu stellen, aber mit mäßigem Erfolg.
Mittlerweile war ein als Olga angesprochener üppiger Fleischberg von der Toilette in den Schankraum getreten und zog sich den Leopardenfellmuster-Stretchrock zurecht.
Vivi sah zu Lardia und zog die Augenbrauen hoch. Die große Runnerin seufzte innerlich. Verhandlungen mit Russen, das wurde auf die ein oder andere Weise eigentlich immer derbe. Sie beugte sich ganz weit zu dem Gläser polierenden Barmann hinüber und sah ihm in die Augen. Geschickt begann sie Fragen zu stellen, aber ihre Überredungskünste halfen ihr leider auch nichts. Er stierte ihr auf die Titten, grinste anzüglich und verkündete, wenn sie etwas über Viktor wissen wolle, müsse sie schon mit ihm in sein “Büro” gehen. Dann würde er ihr erzählen, was sie wissen wolle. Die hübsche Elfe zuckt nicht einmal mit der Wimper als sie völlig ungerührt verkündete “Okay, gehen wir in dein Büro”. Die versammelte Mannschaft glotzte sie blöde an, während Olga sie mit Blicken aufspießte. Die grinste und verschwand mit dem Bastard durch eine Tür. Gierig öffnet der Typ seine Hose und holte seinen Schwanz raus, doch da wendete sich das Blatt für ihn. Denn statt sein Ding in den Mund zu nehmen, hielt sie ihm einen ziemlich scharfen Dolch daran. “Da beginnt sogar der Russe zu schwitzen, was?” denkt sie bei sich und fragt ihn zuckersüß “So. Was ist jetzt mit Viktor? Wo finden wir ihn?”. Wie alle Kerle, hat auch dieser Widerling eine Heidenangst, wenn es um sein gutes Stück geht und schon sprudelt Viktors Adresse aus ihm hervor. Sehr erfreulich. “Herzlichen Dank”. Und als sie sich erleichtert durch die Tür zurückzieht brüllt der Mistkerl mit einem fiesen Grinsen im Gesicht “Echt super, Schätzchen! War toll”.

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Die Gruppe floh regelrecht aus dem Club und war froh, Viktors Freunden zu entkommen. Allerdings war diese Freude nur von kurzer Dauer, da sie draußen von drei Männer der Crazy Monkeys erwartet wurden, die Waffen im Anschlag. Vivi entdeckte sie als erste und stieß eine kurze Warnung aus, aber das änderte nichts an der Tatsache, dass sie nicht an ihnen vorbei kamen. Natürlich wollten sie mehr Geld. Nachdem die Runner dort aufgetaucht waren und herumgeschnüffelt hatten, war den Ganoven klar geworden, dass es sich um etwas wertvolles handeln musste, das sie da zum Schleuderpreis weiterverkauft hatten. Und die Fremden sollten nun die Zeche zahlen. Es entwickelte sich das übliche Geplänkel, als es Vivi zu bunt wurde. Sie kannte diese Spielchen. Das würde sich ewig hinziehen und zu nichts führen, also beschloss sie, die Dinge ein wenig zu beschleunigen. Nur, dass es anders lief, als sie geplant hatte. Eigentlich wollte sie die Männer der Gang lediglich mit Verwirrung schlagen, doch irgendwie schlug der Zauber Fehl. Vielleicht brauchte sie auch einfach zu lange, jedenfalls stieß einer der drei einen Ruf aus und eröffnete das Feuer. Eine Kugel traf sie direkt in den Bauch, eine andere kitzelte den Troll ein wenig, richtete bei ihm jedoch keinen nennenswerten Schaden an. Vivi ging sofort zu Boden, wo sie ungesunde Mengen ihres Blutes verteilte. Die anderen reagierten schnell. Nach einem kurzen Gefecht waren zwei der Monkeys ausgeschaltet und ein Dritter befand sich in Hatoris Würgegriff, der ihn mit wachsender Begeisterung schüttelte. Sie konnte dem Gespräch nicht ganz folgen, aber anscheinend wurde nach kurzer Debatte beschlossen, sie zu einem netten diskreten Arzt in der Nähe zu bringen, da sonst die realistische Gefahr bestand, dass sie hier in naher Zukunft kurzerhand verblutete.

Der Doktor

Etwas benommen presste Vivi die Hand auf die Wunde, aus der stetig weiter dunkles Blut quoll, während sie in den Bus geladen wurde, das letzte Gangmitglied zu einem handlichen Paket verschnürt neben ihr (das der Troll liebevoll mit seinen riesigen Pranken zu streicheln begann. Der Monkey sah darüber nicht glücklich aus). Aber es dauerte tatsächlich nicht lange, bis sie das Häufchen Magierin bei dem “Arzt” auf den Tisch laden konnten. Mit dreckiger Schürze und schmierigem Grinsen nahm er sie in Empfang und ohne Bestätigung seines saftigen Honorars, rührte der Mistkerl erstmal keinen Finger. Zum Glück war Vivi in der Lage, ihm die Credits sofort zu übertragen, sonst hätte er sie glatt auf seinem Tisch verbluten lassen. Zu Lardias großer Erleichterung schickte er die Kleine mit einer Injektion ins Traumland, bevor er begann die Kugel aus ihren Eingeweiden zu pulen. Fröhlich pfeifend machte er sich ans Werk, während er ihnen mitteilte, wieviel Glück sie doch gehabt hatte, dass das Geschoss den Darm verfehlt hatte. Für ihren Geschmack machte der Kerl diese Metzgerarbeit viel zu gerne, aber er machte seinen Job scheinbar ganz ordentlich. So kam es, dass Vivi zwar ziemlich blass und etwas high, aber ohne triefende Wunde die Hinterhof-Praxis relativ kurze Zeit später auf eigenen Beinen wieder verließ.

Viktor

Die Zeit im Auge machten sich die Runner auf den Weg zu Viktors Adresse. Wobei “Adresse” übertrieben war, denn sie hatten lediglich die Nummer eines Blocks und der war gelinde gesagt scheißgroß. Sie sahen sich kurz dort um, doch sie konnten keinen verwertbaren Hinweis finden. Dann kamen die Jungs auf eine geniale Idee: sie fragten die Obdachlosen, die vor dem Gebäude lungerten. Und mittels einer kleinen Bestechung in Form von ein paar Bier aus dem schier unerschöpflichen Bestand aus Hatoris Manteltaschen, bekamen sie Auskunft über Stockwerk und Zimmernummer des Genossen Viktor: 39. Stock, Appartement 250.
Vor seiner Tür angekommen unternahm Vivi erstmal eine kurze Reise auf Geistebene, um die Lage zu checken. Alles ruhig, der Typ schlief in seinem Bett. Wie bislang jedes mal in dieser Nacht, kann sie nur noch einen Abdruck des Artefakts finden. Sie zieht sich zurück und berichtet. Also der direkte Weg. Britz klopfte. Ein Schlurfen war zu vernehmen, als der Typ zur Tür kommt und durch den Spion schielt. Alle vier stehen deutlich sichtbar auf dem Flur. Er will natürlich wissen, was sie wollen und versucht sie auf morgen zu vertrösten. Das kommt natürlich nicht in Frage, sie brauchen Antworten. Jetzt. Er will einen Treffpunkt ausmachen, aber die Gruppe befürchtet – vermutlich zurecht – dass der Kerl sich dann aus dem Staub machen würde. Also beschloss Hatori kurzen Prozess zu machen, indem er einfach die Tür eintrat und Lardia “überredete” ihn auch ganz fix dazu, ihnen dabei weiterzuhelfen, die Spur des Talismans weiter zu verfolgen. Nämlich zu seinem Kontakt namens Francis, der sich im “Dirt” herumtreiben sollte. Mittlerweile ist es 03:30 Uhr.

Das Dirt

Das Dirt war eine Punk Kneipe, die sich ansonsten kaum von den anderen unterschied, außer, dass der Barkeeper wesentlich kooperativer war als die vorigen. Zumindest wenn die heiße Elfe ihren beträchtlichen Charme spielen ließ. Er erzählte ihnen, dass er diesen Francis kannte. Es sei ein Typ, der schon seit Jahren herkomme, aber in letzter Zeit wirklich seltsam geworden sei. Die Leute gingen ihm zunehmend aus dem Weg. Das musste ihr Mann sein. Mittlerweile hatte er es sich im Keller einer verlassen Supermarktbaustelle eingerichtet und ließ sich zunehmend immer seltener irgendwo blicken. Sie leerten ihre Alibi-Biere und machten sich auf den Weg.

Der Supermarkt

Als erstes unternahm Vivi eine ihrer Geistreisen. Hier musste sie vorsichtiger sein, denn es war anzunehmen, dass sie hier mit dem letzten Glied in der Kette das erste mal mit jemandem zu tun hatten, der magisch bewandert war. Sie bewegte sich umsichtig durch das Gebäude in Richtung Keller, da bestätigte sich ihr Verdacht. Sie traf auf einen Watcher. Das waren im Grunde harmlose Wesen auf der Geistebene, die allerdings ganz schnell unangenehme Konsequenzen mitbrachten, wenn man einen von ihnen auslöste und damit den Erschaffer alarmierte. Sie sah ihn sich genauer an und kam zu dem Schluss, dass sie nicht unbemerkt an ihm vorbei kam. Wenn sie sich weiter umsehen wollte, musste sie das kalkulierte Risiko eingehen, das Ding aus dem Weg zu räumen. Sie konzentrierte sich und fegte das Ding aus der Daseinsebene, ohne den magischen Alarm auszulösen. Sie wanderte weiter, bis sie zum überfluteten Teil kam. Dort hielt sie inne, denn hier konnte sie einige magische Energien wahrnehmen. Erstens: es befanden sich Wassergeister vor ihr, verborgen unter der ruhigen Oberfläche. Zu gern wäre sie noch ein wenig weiter eingedrungen, aber an denen kam sie nicht vorbei. Die Elementare würden sich ebenfalls manifestieren, sobald jemand das Wasser berührte, oder sie sich weiter näherte. Dann war es auch mit der Heimlichkeit vorbei. Zweitens: sie nahm den gesuchten Talisman wahr. Sie konnte ihn spüren, aber nicht sehen. Seine Signatur war da, aber verfälscht, oder verzerrt. Sie konnte es nicht näher beschreiben. Außerdem war da noch eine weitere Signatur. Was hatte das nur zu bedeuten? Sie konnte sich keinen Reim darauf machen. Es war Zeit umzukehren, hier konnte sich nichts mehr ausrichten.
Zurück in ihrem Körper, berichtete sie den anderen von ihren Erkenntnissen. Nach kurzer Diskussion, ob man sich aufteile solle, entschieden sie sich dagegen. Gemeinsam machten sie sich also auf den Weg uns untere Stockwerk, zur Treppe. Sie kamen ganz gut voran, doch dann stießen sie auf die Wassergrenze. Die Treppe lief darunter weiter, bis zu einer Tür, die sie auf gar keinen Fall erreichen konnten, ohne das Wasser zu berühren. Sie sahen sich an. Die kleine Menschenfrau erklärte ihnen noch einmal, dass sich die Elementare erhoben, sobald sie die Oberfläche durchstießen, und es waren mindestens zwei. Hatori verkündete sowas wie “Ich mache Elementare kaputt!”, und damit war die Entscheidung gefallen. Vivi wirkte noch einen arkanen Schutzzauber, der sich wie eine warme Decke um die ganze Gruppe legte, dann traten sie ins Wasser…

(Auszug aus Vivi’s Tagebuch)
“”/characters/briz-masal" class=“wiki-content-link”>Briz greift nach der Tür, in der Wasserfläche bilden sich Wirbel, die sich aufzutürmen beginnen und von der Reling im nächst höher gelegenen Stockwerk aus brüllt jemand zu uns herunter. Es sind zwei Wassergeister, die sich da zu gefährlichen Gegnern formen und dort oben steht Francis und funkelt uns wütend an. In seiner heruntergekommenen Kleidung wirkt er nicht besonders beeindruckend, doch ich weiß bereits, dass er eine ernstzunehmende Gefahr darstellt. Wie um das zu bestätigen beginnt er einen Zauber zu wirken und uns entgegen zu schleudern. Eine zähe, glibberige Masse trifft mich an Hals und Gesicht. Der Schmerz ist heftig, als sich das Zeug durch die Haut ätzt und ich gehe erneut in die Knie. Das ist wirklich nicht mein Glückstag. Das wird übel werden, ganz übel. Der Kerl hat zwei mächtige Artefakte in seine Gewalt gebracht und es wird einen harter Kampf geben, vielleicht sogar mit schweren Verlusten. Wir werden eingekesselt sein zwischen ihm und seinen Elementaren und er wird uns… PENG!
Francis sackt leblos zusammen, die Wasserwirbel lösen sich auf. Lardia, die die Wand hoch geklettert ist, landet neben ihm, doch es gibt nichts mehr zu tun. Briz lässt den Arm sinken, in der Hand seine Waffe. Soviel dazu."

Briz hatte den Kerl knallhart mit einer Betäubungskugel auf die Bretter geschickt. Was dazu geführt hatte, dass seine geistige Verbindung zu den Elementaren abgebrochen und damit unschädlich gemacht wurden. Perfekt.

Am Ziel

Jetzt galt es nur noch das Artefakt zu bergen, also kletterten sie Lardia hinterher, Hatori die Magierin auf dem Arm. Oben angekommen stiegen sie über den bewusstlosen Francis hinweg, der wohl noch einige Stunden schlafen würde, und nahmen sein Lager in Augenschein. Allerdings gab es dort aus den Artefakten nicht viel zu entdecken. Die gesuchte Statue summte regelrecht vor Macht in ihrem Rucksack. Der andere magische Gegenstand war ein Stab, den Vivi in Ruhe genauer untersuchen müsste, um etwas über ihn zu erfahren. In dem geschwächten Zustand, in dem sie sich jetzt befindet, könnte sie nichtmal mehr die Herkunft eines feuchten Furzes herausfinden. Sie einigten sich darauf, dass der Stab bei ihr wohl am besten aufgehoben war und sie versuchen sollte, etwas über ihn herauszufinden, sobald sie wieder auf dem Damm war. Also brachten sie das Ding zu ihr, bevor sie wieder zu Marys Diner fuhren, um sich mit ihrem Auftraggeber zu treffen. Sie waren mehr als gut in der Zeit und das wurde mit einem saftigen Bonus belohnt. Von dem zweiten Artefakt sagten sie nichts. Als Runner verschenkte man nichts. Keine potenziellen Geldquellen, keine Informationen. Das konnte man sich gar nicht leisten und man musste sehen wo man blieb, darin waren sie sich alle einig.

Ein größeres Problem war das Schicksal des gefesselten Crazy Monkey in ihrem Auto. Sie hatten ihn fast vergessen (außer Hatori. Der schien ihn liebgewonnen zu haben und streichelte ihn ohne Unterlass. Noch ein bisschen mehr und sein Bonsai würde eifersüchtig werden) und jetzt mussten sie entscheiden, was mit ihm geschehen sollte. Er war eine potenzielle Gefahr, aber sie waren keine Mörder, wenn sie nicht mussten und wie Vivi ganz richtig bemerkte, hatte sie lieber eine mögliche zukünftige Allianz, als eine Leiche, die man entsorgen musste. Allerdings konnte sie es sich nicht verkneifen dem Monkey damit zu drohen ihn Hatori als Haustier zu schenken, sollte er ihnen nochmal Ärger machen. Für ihre geringe Größe konnte die winzige Frau erstaunlich angsteinflößend sein. Und so “setzten” sie das Gangmitglied wieder vor der Haustür ab.

…to be continued

View
Das Geheimnis des Doktors
Dr. Ticks und das Pornokino

Es ist ein unheimlich heißer, schwüler Tag in Seattle. Der Asphalt dampft und die Luft steht. Zum Regen der letzten Tage kam noch die Asche des havarierten Kernkraftwerks hinzu und so haben sich unsere Runner nach Möglichkeit in ihre persönlichen Löcher verkrochen: Hatori in seiner Wohnung, wo er mit der braunen Brühe, die aus dem Wasserhahn kommt und nur noch mit Wohlwollen als Wasser bezeichnet werden kann, seinen Bonsai wohl gleichermaßen mit Feuchtigkeit und “Nährstoffen” versorgt. Als Mr. Johnson ihn anruft, muss er nur die Möglichkeit erwähnen, vielleicht bald jemandem weh tun zu können, da sagt der Troll sofort zu. Briz hockt in seiner Garage, wo es zumindes erträglich ist, während er an seiner neusten Drohne bastelt. Ihn lockt Mr. Johnson mit der Aussicht auf einen investigativen Auftrag. Vivi hat sich in die kühlen Untiefen der Bibliothek zurückgezogen, um sich ihrem liebsten Hobby – dem Studium der Bücher – hinzugeben. Sie sagt ebenfalls sofort zu. Itch, ein Computernerd wie er im Buche steht, sitzt und schwitzt unbeeindruckt im Dunste seiner zahlreichen Computer und eigener Ausdünstungen und beschäftigt sich mit dem Studium von Trideo-Pornos. Als Mr. Johnsons Anruf kam, war er sich nicht sicher, ob er sich davon jetzt wirklich losreißen wollte. Zumal er auch noch RAUS musste. Er checkte kurz die Location, die Mr. Johnson ihm angegeben hatte: die gesamte Belegschaft des Marys Diner war vor kurzem dort rituell hingerichtet und liegen gelassen worden. Das gesamte Lokal war mittlerweile renoviert und neu eröffnet worden. Das machte ihn neugierig und gab den Ausschlag: er würde hingehen. Marys Diner, 20 Uhr.

Itch traf als erster ein. Er hatte sich die Uhrzeit falsch gemerkt und war demnach schon eine Stunde zu früh da. Er betrat das Restaurant im Stil der 1960er Jahre und wurde von einer äußerst knackigen, knapp bekleideten Rollschuhkellnerin begrüßt und an einen Platz im Raum geführt. Er bestellt, während er ihr in den Ausschnitt starrt, “Ich hätte gern eine große Brüste…äh Cola”. Oh Mann. Er nimmt Platz und genießt die Aussicht, während er auf Mr. Johnson wartet.
Um kurz vor neun trafen In kurzer Reihenfolge, Vivi, Haorti und Briz ein und ließen sich ins Hinterzimmer führen. Vivi wunderte sich ein bisschen darüber, dass es deutlich nach frischer Farbe roch und auch sonst das gesamte Interieur neu zu sein schien, machte sich aber keine weiteren Gedanken darüber. Sie bestellte einen Burger mit Pommes und ne Cola, sie musste ja schließlich nicht verhungern, während sie wartete. Hatori blieb auf seiner üblichen Bier-Diät und in einem kurzen Begrüßungsgeplänkel mit Vivi wortgewandt wie immer.
Mr. Johnson trat ein, einen dürren, blassen, etwas kränklich wirkenden jungen Mann im Schlepptau. So wie der aussah, konnte er eigentlich nur ein Hacker sein. Mr. Johnson stellte ihn als Itch und neues Mitglied ihrer Gruppe für diesen Auftrag vor. Etwas enttäuscht stellte Vivi fest, dass Lardia nicht dabei sein würde. Hoffentlich war bei der Elfe alles in Ordnung, allerdings machte die Gute schon den Eindruck, als könne sie recht gut auf sich aufpassen. Das war also ihr neuer Wingman. Aber wenn er ein Decker war und was taugte, wäre er tatsächlich eine Bereicherung für dieses Team. Man würde sehen…

Der Auftrag sah folgendermaßen aus: Ein gewisser Dr. Ticks stahl sich nach der Arbeit zu einer Müllkippe und blieb dort bis spät in die Nacht hinein. Und seine Firma, bei der er regulär angestellt war, wünschte zu wissen, was genau der gute Doktor dort trieb. Es gab eine Woche Zeit für den Job und 10.000 Belohnung pro Kopf. Es waren alle dabei. Briz verhandelte noch kurz über den Preis, sagte dann aber auch zu.

Sie erhielten die Koordinaten der Müllkippe und ein Bild des Doktors, den Rest mussten sie selbst herausfinden. Inklusive des Unternehmens, für das wir den Auftrag ausführen sollten. Itch kostete es nur ein paar Minuten, um den Namen der Firma und ihren Standort herauszufinden, also wollten sie sich das gleich einmal ansehen. Briz brachte sie in seinem geräumigen Van (Itch unablässig das A-Team Maintheme summend, sobald er in dem Wagen sass) direkt vor die Haustür, um dann abzuschwenken und irgendwo seitlich zu halten. Von dort aus konnten sie das Gelände etwas in Augenschein nehmen, ohne aufzufallen.

Die Halde befindet sich in den Redmonds, ist von einer hohen Mauer umgeben und wird von einem Sicherheitsteam bewacht. Briz schickt eine Drohne zum Auskundschaften los: Das Gelände besitzt zwei bewachte Tore, einen Bereich mit Schuttautos, normaler Müll, eine Verbrennungsanlage zur Stromerzeugung und eine Labyrinth aus Baracken (Drohne/Monitor). Von ihrer Zielperson keine Spur und da sie auch nicht wissen, ob sich der liebe Doktor noch beim Arbeiten befindet, oder schon seinem geheimen Hobby nachgeht, ist es sinnlos noch hier zu warten.
Sie verabreden sich für den nächsten Tag, 11 Uhr bei Phoenix Biotech, um Dr. Ticks dort abzufangen, sobald er das Gebäude verlässt und dann an seine Fersen zu heften. Hatori beschloss, der netten Kellnerin in der Trollbar noch einen Besuch abzustatten. Es ist schwül, es herrscht leichter Nieselregen und als Briz seine Dragonfly losschicken will, stellt Hatori ernsthaft in Zweifel, ob das Ding bei Regen fliegen kann. Er wird keine Antwort gewürdigt, jedoch hält sich der Informationsgehalt ihres Aufklärungsfluges in Grenzen. Also beschließt Vivi einen Versuch zu wagen, indem sie mit ihrem Geist den Körper verlässt, um sich auf der astralen Ebene etwas umzusehen. Sie kommt nicht weit, das ganze Firmengebäude ist auf allen Ebenen gut gesichert, so auf der medialen. Gleich mehrere Watcher kreisen in kurzen Abständen um den Bau und es wäre sinnlos, irgendetwas zu versuchen. In der Zwischenzeit betrachtet Itch mitgroßer Faszination den verlassenen Körper der Magierin und fragt mit großen Augen “und die merkt jetzt wirklich gar nix mehr?” “Nein” kommt es von der Gruppe, aber das spielt schon keine Rolle mehr. Von Neugier getrieben muss er das einfach testen und wie selbstverständlich streckt er den Arm aus und kneift der Frau in den Nippel. Keine Reaktion. Natürlich nicht, denn ihr Geist ist ja unterwegs. Zu geschockt um zu reagieren und zu schnell passiert, können die anderen bloß mit dem Kopf schütteln. Kurz darauf kehrt Vivi wieder in ihren Körper zurück und berichtet von dem Misserfolg, gedankenverloren reibt sie sich die Brust. Da platzt es aus Hatori heraus “der hat dir in den Nippel gezwickt!” und zeigt auf Itch, dem das schlechte Gewissen ins Gesicht geschrieben steht. “Ich war nur neugierig” verteidigt er sich, doch Vivi klatscht ihm schon eine. “Und da ist dir keine andere Methode eingefallen?!” schimpft sie. Die beiden kabbeln sich ein Weilchen, doch schließlich kehren sie zum Thema zurück. Vivi konnte nichts rausfinden und sie mussten warten, bis ihre Zielperson das Gebäude verließ. Um 17.30 Uhr war es endlich soweit: Dr. Ticks trug einen kurz gehaltenen grauen Haarkranz und einen feinen Anzug. Kaum war er an die Straße getreten, hielt ein aufgepimpter BMW neben ihm. Er bestieg das Fahrzeug und sie nahmen vorsichtig die Verfolgung, wie erwartet bis zur Müllkippe, auf. Der schwarze Wagen hielt kurz bei den Wachen am Tor, wird aber sofort eingelassen. Ein Glück, das die Runner nicht haben. Briz versucht es wieder mit einer der Drohnen, doch das Ding stürzt ab und landet irgendwo auf einem der Müllberge innerhalb der Mauern. Sie können aber trotzdem feststellen, dass sich der BMW zu einem Seecontainer bewegt und die Insassen hineingehen. Immerhin ist ihnen nun die Position des guten Doktors bekannt, jetzt ist nur die Frage: wie hineinkommen? Sie suchen das Gelände von außen ab, was zunächst nicht viel hergibt. Nach einer fünfzehnminütigen Fahrt wissen sie: Es gibt mehrere Sicherheitstürme, einen halb verfallenen Schornstein der von Müll umgeben ist und ein Schild mit der Warnung vor Höllenhunden. 20150613_103527-1.jpg Nicht gut. Ganz schön viel Aufwand für Sicherheit, für einen Schrottplatz. Der Zwerg schickte nochmal eine seiner Drohnen los. Über den Schornstein dringt sie ins Innere ein. Ihr Flug endet nicht überraschend in einem alten Ofen, aber über die Videofunktion ist eine Treppe erkennbar. Briz ist sich sicher, dass unsere Zielperson und ihre Leute dort sind. Die Gruppe weiß also jetzt wo sie hin muss, aber immer noch nicht wie.
Ganz in der Nähe befindet sich ein Sqattercamp. Einige von ihnen schleichen in der Dunkelheit umher und scheinbar plündern sie Nachts die Kippe, also müssen sie einen Weg hinein kennen. Briz schlägt vor, sich mal mit ihnen zu unterhalten. Es dauert nicht lange, da kehrt er zurück und hat ihnen für 700 credit einen Zugang ausgehandelt.
Über einen ehemaligen Wasserkanal gelangen sie hinter die Mauer. Sie kommen durch ein altes Kino und über das Loch im Schornstein steigen sie ein. Sie müssen sehr vorsichtig sein, denn der Scharfschütze auf dem Dach der alten Verbrennungsanlage ist laut Angaben der Sqatter seit mehreren Tagen ziemlich nervös: Toxische Geister tauchen neuerdings in der Gegend auf. Dann rückt ein ein beschrifteter Van mit einer ganzen Ladung Magier an, die sich dann des “Problems” annehmen. An ihrem Einstieg angekommen, beschließt Hatori als erstes die rostigen Sprossen hinabzusteigen… und stürzt prompt ab. Eine der Sprossen hatte nachgegeben und nach einem Sturz von mehreren Metern prallt er mit einem dumpfen Aufschlag auf dem Boden des Schachts auf. Robust, wie Trolle nunmal sind, hatte er sich glücklicherweise nichts getan, jeder andere von ihnen hätte das nicht so gut überstanden. Unten angekommen umhüllt sie der Geruch nach Rauch und Leichen. Und bei weitem nicht so alt, wie sie es gern gehabt hätten. Grob getippt, war dies die “Entsorgungskammer”. Netter Verein. Der nächste Raum ist zur Hälfte eingestürzt und mit Müll gefüllt. Sie bewegen sich Richtung Treppe. Plötzlich bleiben sie stehen, man hört dumpfe Gespräche aus der Halle über ihnen. Briz schickt vorsichtig eine “Libelle” hoch. Die kleine Aufklärungsdrohne zeigt ihnen einen Ork, der vor einer Tür mit der Aufschrift “Kantine” steht.
Sie bewegen sich nach unten, wo sie auf einen Technikraum stoßen. Itch is ganz aufgekratzt: das ist sein Metier, hier kennt er sich aus. Er hackt sich ins System und stößt zunächst auf jede Menge Schmöker. Er sucht gezielt nach den Gebäude- und Zeitplänen der Mitarbeiter, dann stößt er auf die "Meditations"filme. Unmengen an Pornos wie “Der Mann mit der Dildohand”, “Massagegöttin 4” usw., die scheinbar hier produziert wurden (er war im Paradies!), außerdem eine Kundenkartei dazu. Dann fiel ihm auf, dass die einzelnen Dateien ungewöhnlich groß waren, selbst für Trideo-Filme. Sie diskutieren das kurz, aber sie sind sich alle einig, dass da mehr dahinterstecken muss, zumal das Datum der Produktionen mit dem Beginn von Dr. Ticks nächtlichen Ausflügen übereinstimmt. Er beschließt eine Datei eins zu eins zu kopieren, um sich das später in Ruhe nochmal ansehen zu können. Willkürlich markiert er einen Namen und der Zufall beschert ihm “Troll-Bang-Bass 3”. Mit diesem Schätzchen würder er später noch sehr viel Spaß haben. Auch wenn nicht auf die Art, die er nochmalerweise mit Pornos in Verbindung brachte (Trolle! Yikes). Er verschafft sich außerdem noch einen Admin-Zugang im Wartehäuschen. Nun hat er Einsicht in die ansässigen Firmenlisten (von der Lagerhallenfirma, von der Müllverbrennungsanlage, ect) und kann sie auf bekannte Namen durchsuchen: Dr. Ticks. Nichts. Kein Eintrag. Wäre ja auch zu einfach gewesen.
Er gelingt ihm leider nicht, die Namen der Runner auf die Liste der geladenen Gäste einer “Veranstaltung” zu setzen, wohl aber auf die der Mitarbeiter. Sie werden wohl also demnächst als Transportfahrer wiederkehren, um weiter herumschnüffeln zu können.
Heute kann die Gruppe nichts mehr erreichen und so beschließen sie, erstmal nach Hause zurückzukehren und ihre Connections anuzapfen. Mal sehen, was sie herausfinden können…

Acht Stunden später saßen sie alle müde in einem Cafe, eine dampfende Tasse vor sich und wollten gerade mit dem Austausch ihrer neuesten Erkenntnisse der nächtlichen Erkundigungsrunde beginnen, da sahen sie ein bekanntes Gesicht. Lässig schlenderte Lynn mit ihrem Coffee to go an der Theke vorbei und ließ sich von den Mädels rüber winken. “Hallo Leute. Gehört ihr zusammen?” sie zog eine Augenbraue hoch, während sie die Männer musterte. Die Gruppe bestand sogar für Seattler Verhältnisse aus einer wilden Mixtur: ein riesiger Troll – also sogar eine über das übliche trollisch gigantische Maß hinaus massive Erscheinung- er ihr später als Hatori vorgestellt wurde; ein Zwerg mit einem kybernetischen Auge namens Briz Masal, die winzige Bibliothekarin Vivi in ihrem lächerlichen Mantel, den sie stets zu tragen schien und Lardia die Elfe, die sowohl gefährlich, als auch umwerfend aussah. Was für eine Mischung. Seltsamerweise freute sie sich tatsächlich, die beiden zu sehen. Eigentlich war sie eher eine Einzelgängerin und arbeitete nicht gern in Gruppen, aber die Zusammenarbeit mit den zwei ungleichen Frauen war erstaunlich unkompliziert und produktiv verlaufen, die beiden hatten schon was auf dem Kasten. Wenn sie hier also in dieser ungewöhnlichen Konstellation tagten, konnte das eigentlich nur bedeuten, dass sie an einem Fall arbeiteten. Oh Mann, sie konnte wirklich mal wieder einen Auftrag gebrauchen, sie brauchte dringend Geld. “Was treibt ihr so?”, tastete sie sich vorsichtig vor. Vivis Gesicht erhellte sich, als habe sie soeben eine grandiose Idee gehabt “Mensch das ist ja super. Hast du zufällig Lust dir ein bisschen Geld dazu zu verdienen, wir stecken nämlich sozusagen fest”. Lynn versuchte sich ihre Erleichterung nicht anmerken zu lassen, immer schön cool bleiben und in der nächsten halben Stunde erfuhr sie alles über ihren Auftrag die dubiosen nächtlichen Unternehmungen eines gewissen Dr. Ticks aufzudecken. Ihr Hacker (Itch) hatte eine verdächtig umfangreiche Datei aus einem Pornostudio kopiert und sich nach seiner Untersuchung mit der Nachricht “Ware ist heiß” (was für ein geschmackloses Wortspiel), abgesetzt. Nun saßen sie da, mit einer Kopie ihrer Datei und unzähligen losen Enden und wussten nicht so recht, wo sie weiter machen sollten. Sie hatten alle Register gezogen und ihre Connections mobilisiert: Vivis Kontakt warnte sie leider lediglich vor dieser ganzen Geschichte, mit dem deutlichen Hinweis vorsichtig zu sein, da sie es mit äußerst gefährlichen Leuten der schwarzmagischen Liga zu tun habe. Mäßig hilfreich. Lardia und Briz hatten gar nichts zutage fördern können und die verwertbarste Info kam erstaunlicherweise von dem Troll. Der kannte nämlich einen Typen der in der Pornobranche arbeitete. Mr. LongDonSilver, der Porno-Troll hatte bereits für besagte Pornofirma gearbeitet. Scheinbar hatten die netten Leute vom Set ihre Darsteller unter Drogen gesetzt und ein gewisser Anteil von ihren wird seitdem vermisst. Ausschließlich Menschen.

(Quick-Check der restl. Story, Ausarbeitung erfolgt bei Gelegenheit:)
Lynn kontaktierte einen Hacker, den sie kennt und schickt ihm die Datei, die Itch von ihrem letzten Zug mitgebracht hatte, mit dem Ergebnis: nur 10% der Datenmenge sind der Porno (“Hatori hat Film genau studiert!” sagt der Troll stolz. “Ganz oft”), der Rest besteht aus arkanen Symbolen – Vivi erkennt sie als Beschwörungsformel, aber leider nicht wofür. Außerdem erfahren sie, dass seit 8 Wochen die neue Porno-Kollektion auf dem Markt und für jedermann erhältlich ist. Der Umlauf musste enorm sein und damit das Gefahrenpotenial riesig. Zurückverfolgbar war das Ganze nur zu einer Briefkastenfirma. (Die Adresse ist ihnen schon bekannt, da waren sie beim letzten Fall schon mal, ist aber nichts zu holen. Wie gesagt: Briefkastenfirma). Außerdem verdächtig: ein Massenmord in Zusammenhang mit Pornos. Lynn zog alle Register, darunter ein Kontakt bei der Polizei: unter einigen Leute aus der Trideo-Szene wurde ein Blutbad angerichtet, sie bekam von ihm sogar die Adresse vom Tatort.
Dort angekommen fanden sie immer noch Absperrbänder der Polizei, jede Menge Blutspuren, Körper- und Körperteileumrisse am Boden angezeichnet, es musste ein Massaker gewesen sein. Es klebten sogar noch einige undefinierbare Stückchen irgendwas an der Decke, Elektroschrott von Trideos liegt am Boden herum. Briz: techn. Geräte am Tatort frisiert und illegal. Vivi versuchte über das Netz Daten zum Tatort zu finden, vielleicht ein Video. Seit den 2000ern filmte doch überall und jederzeit irgendein Blödmann, alles was so passierte. Blöde Idee. Ganz ganz blöde Idee. Natürlich fand sie nichts, außer einem Hinweis, dass die Körperteile eher per Schneide abgetrennt, als explodiert waren. Keine fünf Minuten später bekamen sie auch schon Besuch:
Ankunft 2 Autos mit je vier Typen, darunter ein am Schädel tätowierter Kerl, jedoch nicht der, den sie schon kannten. Hatori stand am Fenster und wurde als erstes gesehen, sofort ging ein Angriff mit einem Maschinengewehr los. Ein paar der Kerle laufen die Treppe hoch, der tätowierte Typ fängt an zu zaubern. Vivi reagiert sofort und wirkt als erstes eine arkane Abschirmung für die ganze Gruppe. Dann feuert sie mehrere kleine Geschosse auf ihn ab, verfehlt aber. Hatori wird zwar von ein paar Kugeln getroffen, ist aber völlig unbeeindruckt und nimmt kein Schaden. Briz schießt mit seiner Drohne, verletzt den ersten Typen, den Lardia dann mit ihrem Katana zerteilt. Lynn klettert zum Dach um eine höhrere Position zu erreichen. Vivi greift den Magier ein weiteres mal an, fügt ihm eine Wunde hinzu und unterbricht damit seinen Zauber. Der ist stinkig, feuert auf sie und schlägt knapp neben ihr ein ziemlich beeindruckendes Loch in die Wand. Hatori schubst den ersten der drei Kerle auf der Treppe mit seiner Axt an, was den aber nur ankratzt. Lardia erledigt 2 weitere, Hatori zermatscht den dritten mit der Axt und bekleckert Lardia dabei mit Hirn und Gedärm. Er versucht es wieder gut zu machen indem er versucht sie wieder abzuwischen, was vermutlich das Schlimmste an der ganzen Sache war. Der Magier ist immer noch sauer auf Vivi und seine nächste Salve trifft: er erwischt sie übel und fügt ihr zwei Wunden zu, dann steigt er in einen der Wagen. Ein weiterer erreicht verletzt den Hof und will zum zweiten Wagen, doch er hat die Rechnung ohne Lynn gemacht, die tatsächlich vom Dach springt und in einem epischen Move auf dem Kerl landet und ihn mit dem Messer onehittet 20150802_212200.jpg. Derweil fällt Hatori ein, dass er ja noch den Granatwerfer einstecken hat und beschließt, den Magier am wegfahren zu hindern, indem er ihn mit dem Teil hochjagt. Erst danach fällt ihnen auf, dass ja nun niemand mehr zum Befragen da ist. Wieder blöd.
Ohne weiteren Anknüpfpunkt kehren sie zum Schrottplatz zurück, nur um dort festzustellen, dass das Pornokino ausgeräumt wird. Gerade fahren die letzten LKWs vom Hof. Sie sehen auch Dr. Ticks, wie er mit jemandem vom Kino auf dem Hof steht und diskutiert. Briz macht mit der Drohne schnell ein paar Bilder, um ein paar Beweise zu sammeln, bevor er in ein Auto steigt und wegfährt. Briz folgt den LKWs mit der Drohne bis zu einem neuen Standort in den Barrents.
Zeit sich ein paar Stunden zu erholen und einen neuen Schlachtplan zu erstellen…

*Ein paar Fakten: Am selben Abend, an dem die Runner ihren Auftrag das Artefakt für einen gruseligen und mächtigen Magier mit tätowierter Glatze abschließen und ihm den Ggenstand aushändigen, sterben in derselben Nacht in ebendiesem Restaurant der Übergabe die gesamte Belegschaft einen äußerst blutigen Tod. Gleichzeitig sterben ein paar Kilomenter entfernt in einem Lagerhaus einige Leute aus der Trideo-Szene, während sie sich vermutlich ein paar Pornos reinziehen, unter ähnlich unschönen Umständen. Außerdem beschatten sie einen Mann, der für seine neurowissenschaftlichen Erkenntnisse berühmt ist und Vivi bekam es mit Magiefoki zu tun, die in menschliches Gewebe gebundene mächtige Geister entfesseln. Es verschwinden Menschen, während ein Pornoproduzent Beschwörungsformeln ins Unterbewusstsein der Konsumenten schleust, teilweise sogar von dessen Filmsets und obendrein tauchen in dieser Umgebung auch noch urplötzlich toxische Geister auf. Vivis Kontakt verrät ihr, dass die Beschwörung dazu dient, einen Geist in sich zu inkarnieren. Nun ist die Frage: was bedeutet das?
*

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Das Spukhaus von Chessex
Mr. Wong bittet um einen Gefallen

Das Spukhaus von Chessex
(04.07.2015 – Svenja, Franzi2, Eva)

Lardia war bei ihrem regelmäßigen Training im Center. Als KI-Adept musste man sich fit halten, das war in ihrem Berufsfeld als Runner überlebenswichtig. Seit sie hier war trainierte sie bei Mr. Wong. Mister Wong war ein Chinese mit fundiertem Wissen in Kampftechnik und er war einer von der netten Sorte. Sie sah auch Lynn dort. Sie liefen sich hier oft über den Weg, man verbrachte eben einfach viel Zeit hier. Nach allem was sie über sie wusste, war sie in Ordnung. Ihre Technik war solide und ihr Umgangston stets höflich, das gab es auch anders. Heute winkte Mr. Wong sie beiseite und bat sie beide noch einen Moment zu bleiben. Das war ungewöhnlich. Normalerweise liefen diese Dinge sehr geschäftsmäßig ab: man trainierte, verabschiedete sich höflich und machte sich vom Acker. Keine Floskeln, kein Gequatsche, kein Austausch privater Informationen. Sie war gespannt, was es damit auf sich hatte. “Meine lieben Mädchen” hob er an, die beiden sahen sich an. ˋLiebe Mädchenˋ, war nun keine Beschreibung, die sie allzuoft zu hören bekamen und so richtig zutreffend war sie auch nicht. Mr. Wong sprach weiter “Haben sie Elfahlung mit Geistern?”, wieder sahen sie sich an. Sie zuckten mit den Achseln und schüttelten die Köpfe. “Genauel gesagt, mit Spukhäuseln. Eine Fleundin von mil hat ein Ploblem und ich dachte sie zwei könnten vielleicht helfen. Was sagen sie? Sie hätten wilklich etwas gut bei mil”. Schwer zu sagen was den Ausschlag gab, aber seinem Kampfmeister gab man eigentlich auch keine Abfuhr, und so nickten sie beide. “Ich habe hiel eine Adlesse” fuhr er fort und hielt ihnen einen Zettel mit chinesischen Schriftzeichenhin hin. Lynn starrte den Zettel an, dann seufzte sie und steckte ihn ein. Mithilfe der Matrix hatten sie die Schriftzeichen innerhalb kürzester Zeit zu einer brauchbaren Adresse in Snohomish übersetzt. Sie beratschlagten sich kurz und da keiner von ihnen weder magisch, noch astral besonders bewandert war, einigten sie sich darauf noch jemanden ins Boot zu holen. Und so rief Larida die einzige Person an, die infrage kam, die sie kannte: Vivi. Gewohnt aufgeräumt beantwortete die kleine Frau ihren Anruf umgehend. Und wie sie gehofft hatte war sie ebenso schnell für diesen kleinen Exkurs zu begeistern “Geister? Das ist ja spannend”. Da sie alle kein Auto besaßen, verabredeten sie sich alle für den nächsten Morgen an der Bushaltestelle Richtung Snohomish.
Lynn und Vivi stellten sich einander vor und die KI-Adeptin begann die andere Frau umgehend zu ihrem Wissen rund um Geisterphänomene zu befragen. Gutgelaunt klärte Vivi sie darüber auf, dass sie kein besonderes Wissen, oder Erfahrung auf dem Gebiet aufweisen könne, das aber nichts ausmache, da hinter den meisten Geisterphänomenen sowieso andere Dinge steckten. Das sei zwar nie was Schönes, aber damit würden sie dann schon fertig werden. Na das konnte ja heiter werden. Gerade als Lynn dachte, schlimmer könnte es nicht werden, verkündete Vivi fröhlich “Ich kannte mal einen Typen, der war professioneller Geisterjäger. Das soll sich mal einer vorstellen: Geisterjäger! Hahaha. Wie auch immer, schade dass ich seine Nummer nicht aufgeschrieben habe, der könnte jetzt tatsächlich nützlich sein”. Halleluhja. Lynn betrachtete die halbe Portion Mensch, die bei sengenden Temperaturen in einem langen, schwarzen Mantel an der Bushalte stand und kein Wässerchen zu trüben schien. Die Aussichten steigerten ihre Laune nicht wirklich: Es war brütend heiß, ihre Verstärkung war völlig unbedarft, sie hatten keine Ahnung was auf sie zu kam und sie hatten mindestens eine Stunde Busfahrt vor sich. Lardia hingegen schien nicht im mindestens beunruhigt und Lynn war sich absolut nicht sicher, ob das ein gutes, oder schlechtes Zeichen war. Abwarten. Immerhin kam der Bus pünktlich und brachte sie ohne Unterbrechung zu der angegebenen Adresse. Irgendwann verließen sie den städtischen Bereich mit seinen hunderten an Wohneinheiten und das Gebiet wurde ländlicher: quadratkilometerlange eingezäunte Felder mit den konzernüblichen Emblemen und Sicherheitsvorkehrungen, so weit das Auge blickte. Und irgendwo ganz versteckt inmitten der industriellen Felder erschien ein kleines Gehöft. Das war ihr Zielort. Ein altes Haus mit großer Veranda, einem leicht verwildert wirkenden Garten und einem windschiefen Briefkasten in der staubigen Einfahrt. Überall Dekorationen von allerlei Kitsch und Tand, selbstgehäkeltes “zierte” Fenster und Veranda, wirklich zum Gruseln klischeehaft. Alle drei Frauen standen erstmal dort, und nahmen das ganze Bild in sich auf. Schließlich sahen sie sich an und einigten sich stumm darauf hineinzugehen.

Misses (wie sie sehr betonte) Chessex war genau wie ihr Haus: herzlich, kitschig, etwas wild drauf und alternativ. Innerhalb weniger Minuten überschüttete sie die “Mädchen” mit ihrer Lebensgeschichte, Informationen zum Haus und seinen Bewohnern. Scheinbar befindet sich das Haus schon seit den 1990ern in ihrem Besitz (verdammt gut gehalten, die Gute) und entstammte der Flowerpowerzeit mitsamt seiner Hippie-Kommunen. Aus diesen Tiefen der Vergangenheit kannte sie wohl auch Mr. Wong (Lardia versuchte verzweifelt ein Bild von Mr. Wong in Hippie-Outfit aus ihrem Kopf zu verbannen). Sie beklagte sich darüber, dass ihre kleine WG schon lang nicht mehr das gleiche war wie früher (Gott sei dank), mittlerweile wohnten hauptsächlich Studenten hier. Das leuchtete ein, die Mieten in der Stadt waren nahezu unbezahlbar und dafür nahm man als Student, der eher Zeit als Geld hatte, auch eine längere Fahrtstrecke zur Universität auf sich. Und vor etwa einem Monat hatte es dann auch noch diesen tragischen Unfall gegeben. Ein junger Mann, einer besagter Studenten, war aus dem oben Stockwerk in den Freitod gestürzt. “So ein netter junger Mann”, Misses Chessex konnte es gar nicht glauben. Danach begann der Spuk. Seither wackelten täglich um Mitternacht die Wände und versetzten die Bewohner in Angst und Schrecken. Die meisten Parteien seien mittlerweile ausgezogen, was für den kleinen Selbsterhalterhof existenzbedrohend sein musste. Lediglich zwei Leute waren geblieben: Eric, ein gutmütiger Orc mit etwas schlichtem Gemüt und Wilhelma, eine menschliche Studentin, die den Toten sogar gekannt haben musste, wie man dem Gespräch entnehmen konnte. Nach einer Tasse Tee – oder zwei, oder drei – mit der guten Misses Chessex und der damit einhergehenden Informationsflut, wollten sich die drei Runnerinnen das Zimmer des armen Jungen gern einmal genauer ansehen. Die Herrin des Hauses führte sie ohne Umstände hin und zeigten ihnen gleich noch ihr eigenes Zimmer, das auf demselben Flur lag. Wie praktisch. Sie hatten sich dafür entschieden sich eins zu teilen, weil sie es sowieso nicht für klug hielten sich zu trennen, egal was sie erwartete (Vivi war ganz begeistert gewesen, “Pyjamaparty!”, woraufhin Eric am Tisch rot angelaufen war. Das hatte dem kleinen Biest natürlich auch noch diebische Freude bereitet).

Im Zimmer von Sven Nordsun herrschte heilloses Chaos. Nicht, dass das nach jemandes Ableben noch groß wen interessiert hätte, aber Lynn dachte sich sofort, dass die Unordnung irgendwie System hatte. Misses C. schien es eingermaßen unangenehm zu sein, erzählte sie doch gleich, dass der junge Sven doch eigentlich so ordentlich gewesen sei, aber man schaue den Leuten ja nicht ins Zimmer. Was den Verdacht der Privatschnüfflerin nur noch erhärtete. Vivi sah sich im Zimmer um, während die Hausdame immer weiter plauderte. Noch bevor diese es aussprach, registrierte sie, dass das Fenster nach außen zerborsten war. Der Kerl hatte sich durch das geschlossene Fenster in den Tod gestürzt? “Freiwillig?”, sprach sie es laut aus. Sie war zwar kein Detektiv, aber ein helles Köpfchen und das war nun wirklich sehr… unwahrscheinlich. Lynn sah ebenfalls skeptisch aus. Vom Fenster aus hatten sie einen guten Blick auf die Absturzstelle, sie war gut 10 Meter von ihnen entfernt. Sie drehten beide die Köpfe, betrachteten das winzige Zimmer und maßen die Entfernung zu Fenster und Aufprallort. Die beiden ungleichen Frauen sahen sich an, Vivi zog eine Augenbraue hoch. Sie brauchten es nicht auszusprechen, sie dachten es beide, dass das kein Selbstmord gewesen war.
Lardia nahm den Raum und die Umstände ruhig in sich auf und lautsche Misses Chessex Erläuterungen sehr genau. Sie stellten ein paar Fragen, die die gute Seele ehrlich und ausfühlich beantwortete. Sie konnte zwar leider nicht genau bestimmen, was Sven studiert hatte, aber dass er ein gutes Händchen für Pflanzen gehabt hatte. Zuletzt hatte er sich der Tomaten angenommen, die nun wirklich außergewöhnlich prächtig und üppig wuchsen. Irgendwann war ihre erste Inspektion abgeschlossen und sie gingen.

Während Vivi sich kurz darauf plötzlich unangemessen stark für einen Misthaufen auf dem Hof interessierte, sah Lynn für sich die richtige Gelegenheit gekommen, sich nochmal alleine in dem Zimmer dieses Sven etwas genauer umzusehen. Dieses Zimmer war definitiv durchwühlt worden, jemand hatte etwas gesucht. Leider konnte sie keinen Hinweis darauf entdecken, was. Misses C. hatte ihnen gesagt, der Junge habe irgendetwas mit Agrarwissenschaften studiert und die Magierin war geradezu besessen gewesen von dem Gedanken, seine Facharbeit müsse irgendeinen bahnbrechenden Hinweis enthalten (Bücherwürmer! Seufz). Doch leider ließ sich nichts derartiges entdecken.

Zeitgleich “vergnügte” sich Vivi am Misthaufen. Vom Fenster aus war ihr aufgefallen, dass sich rund um den Misthaufen ein klar abgegrenzter absolut symmetrischer Kreis verdorrter Erde zog. Das war sicher nicht normal und musste sie sich genauer ansehen. Und jetzt, da sie direkt davor stand, kam sie auch sogleich in den Genuss des Gestanks. Nun war Landluft mit Sicherheit nicht eines ihrer bevorzugten Odeurs, aber dieser hier stank sogar für seine natürliche Bestimmung zu sehr. Er roch… irgendwie falsch. Nicht nach dem üblichen organischen, von Bakterien und Kleinlebewesen zersetzter Pflanzenteile-Mief, sondern nach Kadaver. Ja, als ob eine ganze Kuh oder sowas in dem Haufen verrotten würde. Es war zum Weglaufen. Eric lief mit einer Schubkarre vorbei und gesellte sich zu ihr. “Stank der schon immer so?” fragte sie unter Schnappatmung. “Nein, erst seit etwa drei Monaten. Wilhelma meinte auch, das sei nicht normal und daher haben wir ihn bereits schon zwei mal komplett umgegraben, aber nichts gefunden.” Hm, also schien diese Wilhelma zumindest ein bisschen Ahnung zu haben. Sie öffnete ihren Blick für die astrale Ebene und dort bestätigte sich, was sie eigentlich schon wusste: eine starke und bedrohliche Magie lag über dem Misthaufen. Sie sah sich unter dem Blick auch die Tomaten von Sven an und auch das überraschte sie nicht, sie wiesen eine ebenfalls deutliche, aber völlig andere magische Signatur auf. Aufmerksam nahm sie die Umgebung auf dieser Ebene in Augenschein. Auf dem Hof gab es nicht ungwöhnliches zu entdecken, auch wenn das in diesem Fall mit Sicherheit nur dem Umstand zu verdanken war, dass abscheuliche Häkeldeckchen keine magischen Abdruck hinterließen, kicherte sie in sich rein. Doch die Abgrenzung zu den umliegenden Feldern, war eine ganz andere Geschichte. Da es samt und sonders Konzernfelder waren, hatten sie selbstverständlich relativ hohe Sicherheitsprotokolle. Nur dass sie nicht relativ hoch waren, sondern immens hoch. Das war seltsam. Statt der üblichen Laserschranken, garniert mit ein paar Watchern umgab die Felder ein dichtes, hochenergetisches magisches Netz. Fast so, als versuche man nicht jemanden am Eindringen zu hindern, sondern am Entkommen. Interessant. Doch das war jetzt nicht das Problem, sondern die Spukgeschichte, also kehrte sie der Aussicht den Rücken und schloss die Sicht wieder.

Drinnen trafen die drei wieder aufeinander und sobald sie unter sich waren, tauschten sie Erkenntnisse und Eindrücke aus. Lynn war sich sicher, dass Sven Nordsun keinen Selbstmord begangen hatte. Sie hatte auch nach seiner Facharbeit gesucht, aber das einzige Schriftstück, dass sie finden konnte war völlig unspektakulär. Vivi berichtete von den magischen Signaturen des Misthaufens (“die Sache stank wirklich zum Himmel”, giggel), sie es aber leider nicht weiter eingrenzen könne und von Wilhelmas Beteiligung an der Umgrabungsaktion. Es war also klar, dass sie sich dringend mit Wilhema unterhalten mussten, allerdings war die noch nicht da. Sie diskutierten gerade wieder die mysteriösen Todesumstände des Herrn N., als Lardia eine geniale Idee hatte. “Hört mal Leute, die Konzernfelder hier außenrum haben doch überall Kameras, und die sind nicht nur auf ihr eigenes Gebiet gerichtet. Ich möchte wetten, dass es mindestens eine Kamera gibt, die hier aufs Grundstück gerichtet ist und alles aufgezeichnet hat”. Vivi hüpfte vor Aufregung auf der Stelle, Lynn war zwar angetan von der Idee, hatte aber deutliche Zweifel, ob man uns die Aufzeichnung einfach so zeigen würde. “Ich würde an deiner Stelle einfach ”/characters/lardia" class=“wiki-content-link”>Lardia schicken" sagte Vivi mit einem verschmitzten Grinsen und zwinkerte ihr zu. Die Elfe prüfte bereits ihr Outfit, denn ihre Erscheinung in Kampfmontur wäre in dieser Sache nicht zweckdienlich gewesen. Doch sie war lässig in kurze Jeans und T-Shirt gekleidet und sah darin einfach umwerfend aus. Dann setzte sie ihr charmantestes Lächeln auf und wackelte zu dem Wachhäuschen hinüber, das zu dem Grundstück mit der vielversprechendsten Kamera zu Svens Fenster gehörte. Sie begann eine Unterhaltung mit den Wachleuten (zum Glück waren es alles Männer) und kurz darauf hörten sie auch schon Gelächter. Das ganze Spektakel dauerte nur wenige Minuten, da kam sie auch schon mit einer DVD in der Hand angetrabt. Einfach unglaublich. Und dem Himmel sei Dank hatten diese Wachleute den langweiligsten Job der Welt.

Gespannt betrachteten sie die Aufzeichnungen, auf denen deutlich eine kleine Gestalt mit menschlichem Umriss zu sehen war, erheblich kleiner als das Opfer. Dennhoch hebt die Gestalt den jungen Sven mühelos hoch und schleudert sie mit viel Kraft durch das Fensterglas. Na also, These bestätigt. Nur leider gibt es keinen Hinweis darauf, wer der Unbekannte ist.

Die drei Runnerinnen befinden sich gerade im ersten Stock, während sie darauf warten, dass Wilhelma endlich zu Hause auftaucht, als sie Misses Chessex im Erdgeschoss mit jemandem reden hören. Die gute Frau klang aufgeregt und gestresst, außerdem schien sie wütend zu sein. Versteckt nahmen sie den Ankömmling und sein Fahrzeug in Augenschein: es war ein großer, schlanker Mann, die Glatze mit seltsamen Symbolen tätowiert. Er war in einem roten Jeep vorgefahren und redete mit eindringlicher Stimme auf die Frau des Hauses ein. Scheinbar wollte er das Grundstück kaufen und hatte wohl auch schon mehrere Angebote unterbreitet, die Misses Chessex alle ablehnte. Sie wollte nicht verkaufen. Der Mann ließ nicht locker und es schwang ein unangenehmer Unterton mit, als er sie darauf hinwies, dass ihre Schwierigkeiten durch die aktuelle Spukgeschichte ja nur noch zunahmen. Die drei Runnerinnen sahen sich an: der Kerl war ja verdammt gut informiert. Woher wusste er überhaupt davon? Von Misses Chessex mit Sicherheit nicht. Sehr verdächtig. Lardia und Vivi war der Mann nicht unbekannt: das war ihr Auftraggeber von dem Artefakt-Fall. Vivi erinnerte sich, wie mächtig dieses Artefakt gewesen war. Ein Magiefokus, der bis zum Bersten vollgeladen war, wirklich mächtiges Mojo und es lief ihr eiskalt den Rücken runter. Wenn dieser Kerl nichts mit diesem dubiosen Spukphänomen zu tun hatte, dann fraß sie einen Besen! Aber sie behielt ihre Vermutungen vorerst für sich, zu diesem Zeitpunkt hatten sie zu wenig Hinweise und alles andere war reine Spekulation. Im unteren Stockwerk blieb die Frau des Hauses währenddessen eisern und warf den Mann schließlich raus. Der ging zu seinem Wagen, warf dem Haus noch einen seltsamen Blick zu und fuhr weg.

Beim Abendessen (liebevoll zubereitet von Misses Chessex, Lardia war begeistert!) treffen sie dann endlich auch Wilhelma. Aus anfänglich nebensächlichem Geplänkel heraus fangen die schließlich an ein paar Fragen zu stellen: wie lange sie schon hier wohnte (interessant: seitdem der Misthaufen stank), ob sie Sven gut gekannt habe (was verneint wurde, doch laut Eric musste sie etwas mit ihm gehabt haben) und ob bei der Misthaufenumbuddelungsaktion irgendetwas herausgekommen sei. Die schon von Anfang an nicht besonders gesprächige Wilhelma wurde immer zugeknöpfter. Es war schnell klar, dass sie nicht viel aus ihr herausbekommen würden und so schnell sie konnte verabschiedete sie sich und verschwand auf ihr Zimmer.

Der Plan war die Nacht abzuwarten, sich den besagten Spuk mal anzusehen und zu sehen was man dabei herausfand. Sie hatten sich zusammen ein Zimmer gebucht. Erstens war Seattle ein verdammt teures Pflaster und keiner von ihnen hatte was zu verschenken und zweitens mussten sie sowieso zusammen bleiben. Vivi würde zum erwarteten Ereignis die Geistebene überwachen. Dazu musste sie ihren Körper verlassen und auf diesen mussten wiederum jemand aufpassen. Also würden sie die gesamte Operation von ihrem Zimmer aus starten und sich erst danach ggf aufteilen. Kurz vor Mitternacht erschaffte der Körper der Magierin und ihre Essenz schwebte in das Zimmer dieser Wilhelma. Sie wollte sehen, ob diese ganze Sache nicht von dort ausging und da sie keinen anderen Anhaltspunkt hatten, war dieser Ort so gut wie jeder andere, um mit der Suche nach der Ursache zu beginnen. Und für Vivi war es äußerst unterhaltsam. Kurz vor Mitternacht wurde die schon schlafende Wilhelma plötzlich wieder mobil. Sie stand auf, ging zielstrebig zu ihrem Schrank und holte daraus ein antik aussehendes Schwert hervor. Einzelheiten waren nicht zu erkennen, da solche Dinge auf der magischen Ebene nicht genauso existierten, wie in der normalen Welt. Sie zog es aus seiner Scheide,… und das Beben begann! Die Wände im ganzen Haus wackelten und das Beben erreichte sogar die Geistebene. Während sie das Schwert herauszog, entstieg dem Gegenstand ein Geist. Er löste sich aus dem Metall der Klinge und bildete eine menschlich wirkendes Wesen. Und es ging direkt zum Angriff über. Vivi wunderte sich gerade noch über den Umstand, es TATSÄCHLICH mit einer Art Geist zu tun zu haben, da ging es auch schon auf sie los. Na immerhin nahm es ihr damit die Entscheidung ab, wie sie damit umgehen sollte, und feuerte ihre Magie aus allen Rohren. Sie erwischte ihn auf Anhieb schwer. Seine magische Attacke war schwach und verpuffte ohne Schaden bei ihr anzurichten und mit dem nächsten Magiestoß schickte sie ihn ins Nirvana, er verpuffte. Die Erscheinungen wurden augenblicklich unterbrochen, das Beben hörte schlagartig auf. Wachsam beobachtete die Magierin das Mädchen, wie es ungläubig und verständnislos das Schwert anstarrte. Sie wirkte nicht, als verstünde sie, was da gerade passiert war. Vivi hatte sogar Zweifel, dass die junge Frau überhaupt wusste, wie genau der Mechanismus des Schwertes und die damit einhergehende Geisterscheinung funktionierte. Das kam ihr sehr zupass und sie entschied sich in ihren Körper zurückzukehren, um den anderen Bericht zu erstatten. Sie schlüpfte zurück in ihre menschliche Hülle und fühlte sich erfreulich frisch und fit. Vielleicht sollte sie sich öfter in Neverland kloppen, das hält jung. Sie erzählte ihren beiden Kolleginnen,was sie gesehen hatte und was passiert war. Diese hatten nur das Wändewackeln und dessen abruptes Ende erlebt, es juckte sie in den Fingern etwas zu unternehmen. Doch scheinbar hatte es sich für diese Nacht erledigt. Vivi hatte den Geist kaputt gemacht und damit das Spukproblem gelöst. Morgen wollten sie Wilhelma ordentlich zur Rede stellen und das Schwert sichern und so gingen sie zu Bett.
Von Motorengeräusch und dem Geräusch durchdrehender Räder wurden sie aus dem Schlaf gerissen. Das Miststück wollte abhauen, verdammt! Sie hatte doch gar kein Auto! Sie war genau wie alle anderen mit dem Bus gefahren. Lynn und Vivi stürzten zum Fenster und da sahen sie nur noch die Rücklichter eines roten SUV, wie er davonraste. Ohne zu zögern sprang Vivi aus ihrem Körper und sauste mit Geistgeschwindigkeit hinter dem Wagen her. Sie holte ihn problemlos ein, doch hinein konnte sie nicht, so funktionierte das auf der Ebene der Essenzen nicht. Ein Auto war ein toter, unbelebter Gegenstand, der sich auf der Geistebene nur undeutlich abzeichnete und ihn zu passieren war genauso unmöglich, wie den Kopf durch einen geschlossene Scheibe zu strecken. Ergo konnte sie auch nicht erkennen wer drin saß, aber sie würde ihren Arsch darauf verwetten, dass es dieser schmierige tätowierte Magier und das Hohlbrot mit dem Schwert war. Etwas kam aus dem Fenster geflogen. Wenn sie jetzt sofort umkehrte, könnte sie unbemerkt zurückkehren, aber dann hätte sie nichts gewonnen. Auf keinen Fall! Unter gar keinen Umständen würde sie die einfach so entkommen lassen. Ohoh. Vielleicht hatte sie den Mund etwas zu voll genommen. Ein riesiges Insektenwesen das aussah wie eine Gottesanbeterin entfaltete sich vor ihr zu seiner gesamten, wirklich gigantomanischen Größe. Einen Sekundenbruchteil überlegte sie, ob sie versuchen sollte mit dem Ding zu verhandeln. Bis ihr klar wurde wie bescheuert das war, das Mistvieh hatte nicht mal einen Mund! Sie stoppte ihren Flug und feuerte die erste Salve. Das Ding riss sein Maul auf und griff an. Sie wich der Attacke aus und schoss erneut, traf zum Zweiten mal mit voller Wucht. Es ging zu Boden. Sie konnte es selbst kaum fassen, aber sie hatte es geschafft. Mit einem letzten Aufschrei löste es sich auf und Bersten wie von splitterndem Glas war zu hören. Da sie aber auf dieser Ebene nichts weiter wahrnehmen konnte schlüpfte sie zurück in ihre menschliche Hülle.
Diesmal traf sie die Erschöpfung wie ein Hammerschlag. Sie sank gegen die Wand und setzte sich auf den Boden, während sie nach Atem rang. Ja sie lallte sogar ein bisschen, als sie Lynn und Lardia das Geschehen erläuterte, aber die Typen waren weg. (In Gedanken revidierte sie ihre grandiose Idee, sich auf der Ebene öfter mal zu kloppen, weil so belebend. Was für eine scheiß Idee). Sobald Vivi sich ein wenig erholt hatte, kontrollierten sie Wilhelmas Zimmer, es war leer. Natürlich. Genauso wie der Schrank, in dem das Schwert gewesen war. Wie dumm sie gewesen waren das Mädchen nicht zu bewachen, oder gleich zur Rede zu stellen. Aber nun war es zu spät. Sie machten sich auf den Weg nach draußen, in der Hoffnung doch noch irgendwelche Hinweise zu finden. Vivi entdeckte, was aus dem Fenster geflogen war: ein in eine Glaskugel gebettetes menschliches Herz. Yikes. Die unförmige Kugel war in der Mitte auseinander gebrochen, vermutlich als Folge der Zerstörung des darin gebundenen Zaubers. Sie bückte sich und hob es auf – ein schmerzhafter Schock durchfuhr sie und sie ließ das Ding fallen. Verärgert über ihre eigene Dummheit, einen solchen Gegenstand mit der bloßen Hand anzufassen – geborsten, oder nicht – wickelte sie es in ein Stück Stoff und steckte es ein. Sie würde sich bei einer ihrer Connections genauer darüber informieren. Lynn war bestimmt ein Abkömmling der Aborigines oder Winnetous, denn trotz der Dunkelheit fand sie tatsächlich die Reifenspuren des SUV. Doch als Vivi sie völlig verzweifelt fragte, ob man ihnen vielleicht irgendwie folgen könne, sah sie die kleine Frau an, als ob die nicht mehr alle Tassen im Schrank hätte. Naja, ganz unberechtigt war es in diesem Zusammenhang ja nicht, das musste man wohl zugeben. Hohlwangig und mit dunklen Schatten unter den Augen, aber blitzendem Blick stand sie auf der Straße und nahm alles in sich auf, jedes Detail. Und im Gegensatz zu der Magierin ließ sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Die waren weg, daran ließ sich nichts mehr ändern, aber sie wusste: man musste nur den Spuren folgen…

(Notiz: Weder die Anfrage bei der Uni, noch ein abermaliges Umgraben des Misthaufens durch Eric brachten verwertbare Erkenntnisse. Außerdem beschließen Larida, Vivi und Lynn dauerhaft ein Zimmer bei Frau Chessex zu mieten.)

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Das Wunderkind
Brennpunkt Uni

Lardia und ich saßen gemütlich in einem Coffeeshop und genossen unseren Sojalatte. Wir verstanden uns gut, sie war witzig und unkompliziert. Sie war neu in der Stadt und hatte Probleme echte Kontakte zu knüpfen. Sahen die Männer typischerweise nur ihren tollen Körper (und der war echt erste Sahne, man konnte es ihnen kaum verdenken), betrachteten die meisten Frauen sie als Konkurrenz. Aber darüber hinaus war sie eine wirklich tolle Gesellschaft, ich mochte sie sehr. So saßen wir entspannt und plauderten, als plötzlich eine alte Bekannte von mir auftauchte. Alexandra Richter – genannt Alexa – eilte auf mich zu. Wir hatten ein paar Semester miteinander studiert, bzw. einige Kurse gemeinsam belegt. Sie begrüßte mich stürmisch, obwohl wir nie viel miteinander zu tun gehabt hatten und sie schien mir ein bisschen verzweifelt zu sein. “Vivi, wie schön! Ich habe gehört du arbeitest jetzt investigativ. Ich brauche dringend deine Hilfe!” sie rang sogar die Hände. Ich warf Lardia einen vielsagenden Blick zu, die grinste nur. Ohne sie weiter zu beachten fuhr Alexa fort und setzte mich darüber in Kenntnis, dass sie nun an der Universität von Seattle als persönliche Assistentin von Lucia Morgan arbeitete. Ich musste kurz überlegen, aber da fiel es mir wieder ein: Lucia Morgan war der Superstar der Uni und ein Ausnahmetalent der magischen Szene. Schon mit jungen Jahren besaß sie die Macht praktisch jede Art der Magie auszuführen die man ihr zeigte, scheinbar ohne darin geschult, oder geübt zu sein. Das war unglaublich und natürlich hatte ich schon einiges von ihr gehört, oder vielmehr gelesen. Alexa warf sich stolz in die Brust, dass ihr Lucias Betreuung übertragen worden war und war der Überzeugung, das könne ihr großer Durchbruch sein. Ich konnte sie nur anstarren. Durchbruch? Welcher halbwegs vernünftige Mensch kam denn auf den Gedanken, ein Assistenzjob könnte den eigenen Durchbruch bedeuten? Und sei der betreffende Mensch noch so talentiert und berühmt. Leute gabs, da konnte man echt nur mit dem Kopf schütteln. Lardia und ich tauschten Blicke und es war deutlich, dass sie sich das Lachen verbiss. Alexa ging völlig in ihrer Rolle der Dramaqueen auf, als sie uns berichtete, dass Lucia sich seit etwa zwei Wochen seltsam verhielt, sie nicht mit einbeziehe und nicht zu Terminen erschien, was Alexa in Verlegenheit brachte. Sie wirkte verliebt und fast täglich setzte sie sich abends ab und verschwand für Stunden. Obendrein schien sie einen dubiosen Verehrer zu haben, der einen roten Mustang fuhr. Ich musste mich beherrschen, um nicht die Augen zu verdrehen, doch trotz allem tat mir Alexa irgendwie leid. “Wirst du diesen Fall übernehmen, Vivi?”, mit ihren großen Kulleraugen sah sie mich hoffnungsvoll an. Ein letztes Mal sah ich zu Lardia hinüber, die grinsend die Achseln zuckte. Also dann, wir waren drin. Minuten später holte uns eine große, schwarze Limousine ab und brachte uns zum Campus der Universität von Seattle.
Um 16 Uhr gab es einen Termin, bei dem mal wieder vor großem Publikum Lucias Fähigkeiten getestet werden sollten. Solche Tests gab es regelmäßig. Zum einen zu Publicityzwecken für die Uni und zum anderen natürlich aus Forschungsgründen, denn ihre Fähigkeiten waren tatsächlich fast nicht zu glauben. Ich musste zugeben, ich war selbst ein wenig neugierig.
Es handelte sich um eine Levitationsübung, bei der sie ohne Vorbereitung einen mehrere Tonnen schweren Felsblock anheben sollte. Wie üblich hatten sich Zuschauer aller Art eingefunden: Neugierige, kritische Gelehrte, Sensationslustige, ein paar Leute von der Presse und sogar ein kleiner Fanclub hatten sich auf der gesicherten Tribüne eingefunden, um das Schauspiel zu beobachten. Und dann betrat Lucia den Schauplatz. Sie war eine unauffällige, ca 20-jährige Frau und sie schien nicht nur nicht aufgeregt, sondern sogar etwas genervt zu sein. Naja vermutlich legte sich die Aufregung, vor einem riesigen Publikum schwierige magische Kunststücke vorzuführen irgendwann nach dem 20sten Auftritt.
Völlig gelangweilt hob sie das Gewicht empor und ließ es einige Meter über dem Boden schweben. Nach kurzer Zeit ließ sie es wieder herabsinken, machte auf dem Absatz kehrt und verließ die Veranstaltung ohne ein Wort, Alexa dicht auf den Fersen.
Wir brauchten Informationen zu Lucias Werdegang und der Fanclub schien die beste Option darzustellen, also machten wir uns an sie ran. Sie waren im 2. Semester ihres Hermetikstudiums, in einer nicht nennenswerten Verbindung, der auch Lucia anfangs angehört hatte und die Sprecherin der kleinen Gruppe entsprach voll und ganz dem Klischee eines Mauerblümchens: unscheinbar, langweilig und fettsträhnige Haare. Sie brachte eine fiebrige Begeisterung für alles was mit Lucia zu tun hatte auf und war damit eine willkommene Informationsquelle, wenn auch leider nicht ganz so ergiebig wie erhofft. Zum Beispiel hatte sie noch nie etwas von einem heimlichen Liebhaber gehört, unisono waren sie alle geradezu entsetzt bei dem Gedanken an eine solche Ablenkung von ihrem Studium. Wer habe denn schon Zeit für so etwas?! Also ich hatte definitiv Zeit für sowas gehabt, murmelte ich so leise vor mich hin, dass sie es nicht hören konnten. Lardia grinste. Ihr Gehör war wirklich außerordentlich. Die einzig nützliche Information der Mädels war der Hinweis auf Lucias Heimat und ihre Mutter die dort noch immer lebte.
Wir machten uns auf die Suche nach dem Mädchen. Das Wunderkind selbst war mittlerweile selbstverständlich in eine angesagte Verbindung gewechselt, leider auch mit entsprechend hohem Sicherheitslevel: einem ausgebildeten und äußerst fähigen Sicherheitsmann am Verbindungshaus, den sogar Lardias geballter Charme nicht aus der Reserve lockte. Wow. Erstaunlicherweise saß auch Alexa auf einem Mäuerchen vor dem Gebäude und trank ihren wohl hundertsten Kaffee aus einem Pappbecher. Auf Nachfrage erklärte sie uns, sie habe nicht die Sicherheitsfreigabe Lucia ins Verbindungshaus zu folgen. Anscheinend von dem kleinen Sonnenschein höchstpersönlich veranlasst. Nett.
Also legten wir uns irgendwo in Sichtweite auf die Lauer und wir mussten auch nicht lange warten, da sahen wir einen roten Mustang im der Nähe des Gebäudes halten, die Beifahrertür öffnete sich von Geisterhand, schloss sich und der Wagen fuhr los. Nichts wie hinterher!
Wir fanden den Wagen vor einem einem Gebäude mit Wohnungen für Handwerker und anderes Personal der Universität stehen. Zum Glück war der Wagen nicht gerade unauffällig, sonst hätten wir ihn niemals wieder gefunden. Lardia und ich machten es uns auf der Wiese vor dem Gebäudekomplex bequem, wie es viele Studenten taten. Dann ließ ich meinen Körper dort zurück, als ich mich mit meinem Geist auf die Suche nach den beiden machte. Obwohl “suchen” musste ich die beiden allerdings nicht mehr. Sie vögelten in einem Zimmer der oberen Stockwerke und strahlten dabei magisch so grell wie zwei Sonnen, unmöglich zu übersehen (Kein Wunder, dass sie es nicht im Studentenviertel tun wollten). Aber das brachte mich dann doch zum stutzen. Ja, BEIDE. Das war interessant. Näher ranzugehen brauchte ich nun wirklich nicht, also kehrte ich unversehens zu Larida zurück, um ihr zu berichten, was ich entdeckt hatte.

Wir saßen noch auf der Wiese und berieten uns, da kam ein Klempner… Infos über Patrick. Ca zwei Monate – etwa gleiche Zeit wie das seltsame Verhalten von Lucia… Besuch bei Lucias Mutter – “Interview” – Keine Geschwister – Mutter nicht magisch begabt, lt Mutter der Vater nicht. ….Besuch im magischen Förderzentrum von Lucia – Direktor sagt Vater sei magisch sehr begabt gewesen! und es habe einen Zwillingsbruder gegeben, der zusammen mit dem Vater bei einem Autounfall vor vielen Jahren ums Leben gekommen sei. Recherche Vivi: Bericht über Autounfall – Wagen von Straße abgekommen – ggf. Angriff – Klippe herabgstürzt – abgebrannt – keine Überreste gefunden…. Lucia schon früh magisch sehr begabt, aber unauffälliges Kind…. Zurück nach Seattle… magische Suche nach Patrick erfolglos… Besuch beim Verbindungshaus des Fanclubs – manipulation der Rohre →Wasserrohrbruch – Patrick kommt zum Reparieren – auf magischer ebene starke Signatur – Ähnlichkeit zu Lucia – Vivi ist sich sicher, dass er ihr Buder ist. … Treffen mit Lucia und Konfrontation “weißt du eigentlich, dass du deinen bruder fickst?” … großer Showdown im Handwerkerhaus: Lucia brüllt Patrick an und richtet ihre Magie gegen ihn – unbekannter Beobachter auf magischer Ebene – Patrick Gegenangriff – Lucia wird gegen Wand geschleudert und übel verletzt – Vivi lenkt ihn ab und Lardia schneidet ihm ein Amulett vom Hals – Patrick erreicht eine gewisse Klarheit – entschuldigt sich bei Lucia, sagt er liebe sie und habe das tun müssen, dann ist er weg. Vivi und Lardia hauen ab – Verbot fürs Unigelände auf Lebenszeit…. Lucia Querschnittsgelähmt, überlebt aber. (Darf gerne ergänzt und ausgeführt werden ;) )

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Der Fall Pecs 2
Der Heimatfluch

Stichpunkte

Lucia, Beherrschungszauberkünstlerin – Lissabonn – Tel – Rückverfolgung des Fluchs zur Quelle möglich – Blutprobe
Polizei vorm Hotelfenster – aufs Dach – Tarnzauber – Feuerleiter – Seitenstraße – Abgang durch die Menge – Lardia im Neglige/Vivi im Snoopy-pyjama – Halbstarke – Vivi zaubert Grimasse und vertreibt sie damit – klauen sich ein paar Klamotten von einer Wäscheleine – Kneipe – Anruf Dr. Mendel – Fremder überbringt Notfallrucksack mit Bargeld und Telefon – Pension und Taxi Familie vom Wirt – süße kleine Pension mit einem Zimmer und mütterlichem Service – Tel Dr. Mendel – Wirbel um das Geschehen im Fernsehen – suchen CNN – Militärputsch in der Nähe des kleinen Dorfes + der Militärbasis – nochmal hin – Vivi baut falsche Presseausweise – Militärkontrollen an der Grenze zu dem Gebiet – mit Ablenkungszauber über Feld – Dorf wie ausgestorben – kurze magische Suche: die Leute haben sich in ihren Kellern verschanzt – Suche nach der Kräuterfrau – finden eine Hütte im Wald – Kräuterhexe ist ganz entspannt – erzählt uns die ganze Geschichte – Jahrhundertealte Fehde – Heimatfluch ruft die Leute her um die Truppen der Werwölfe zu stellen – diese “Armee” bildet jedoch das Gleichgewicht zu einer anderen großen Fraktion – Berherrschungszauber lösen hieße in der empfindliche Gleichgewicht einer Geschichte zu gefährden, dessen Ausmaß nicht mal bekannt ist – Kräuterhexe will etwas im Austausch für ihre Hilfe – Deal: Wissen gegen die Möglichkeit die Bindung aus ihrem Blut zu extrahieren – Vivi bringt ihr chemische Grundlagen für Extraktionprozesse bei, um die Effektivität ihrer Tränke zu steigern – Hexe übergibt Kompass auf den Werwolfanführer gepolt – sie wisse immer gern wo er sei. sie mache sich einen Neuen – Vivi und Lardia beschließen sich in diesen Konflikt nicht einzumischen, sondern den Kompass an einem sicheren Ort einzulagern und in Finnland unterzutauchen.

Ergänzungen willkommen ;)

Gespielt: 12.06.16

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Der Fall Pecs 1
Der Heimatfluch

Stichpunkte

MBI (Magical Bureau of Investigation) Dr. Mendel – Ungarn, Budapest 2090 n. Chr. – ein Teil des Landes hochmodern, der andere verwahrlost – Untersuchung einer Gegend wo Bewohner verschwinden – Ankunft Bahnhof Budapest – Straßenkünstler führt magische Taschenspielertricks vor – Polizei taucht auf, der Typ muss flüchten – kurz darauf taucht Eliteeinheit auf und fahndet nach dem Kerl – Magie nicht gern gesehen, Vorsicht ist geboten – weiter nach Pecs – von Pecs mit dem Taxi weiter – kein Ortsname – mitten im Wald an der kroat. Grenze – Kneipe – kein Strom – Wirt spricht kein englisch, nur die Köchin – war mit einem Amerikaner verheiratet bis es sie so sehr in ihre Heimat zurückzog, dass sie ihn verließ um wieder hierher zu ziehen. sehr seltsam (passt zum Heimatfluch) – Köchin haftet eine schwache magische Signatur an – auf magischer Ebene haften allen Erwachsenen dieses Dorfes diese Signatur an – Militär-LKW fährt vor und lädt Kisten ab – Besatzung haftet der gleiche mag. Marker an, nur stärker – wir wollen jemanden genauer Untersuchen, dafür muss derjenige aber still sein – weil wir beide nur im Notfall mit ihm schlafen wollen, versuchen Vivi und Lardia den Wirt betrunken zu machen – sie Zocken und saufen mit den Kneipentypen – Irgendwann ist der Wirt hinüber – wir bringen ihn aufs Zimmer und Vivi untersucht ihn gründlich auf magischer Ebene – Es ist ein Beherrschungszauber, der hauptsächlich auf dem Kopf lastet – plötzlich Wolfsheulen – 6-7 Stück – Lardia geht raus, Vivi wartet bei der Tür – Lardia stößt Warnung aus und rennt zurück zum Gasthaus – sie schaffen es in letzter Sekunde die Tür hinter sich zuzuwerfen, bevor sich eine der Bestien dagegen wirft – check der Umgebung auf magischer Ebene: Militärstützpunkt in der Nähe, ca 10 Leute oberirdisch sichtbar. wieviele unteririsch unklar – die Köchin wird von dem Radau wach und ist stinksauer, weil sie uns davor gewarnt hatte hinaus zu gehen – am nächsten Morgen müssen wir gehen, sind nicht mehr willkommen – jemand begleitet uns aus dem Wald hinaus, um uns beim Tragen der Koffer zu helfen – er scheint geistig zurückgeblieben zu sein, ist aber freundlich und erzählt uns von einer Rudelartigen Struktur der Leute von der Militärbasis – wir kehren zurück nach Pecs in ein Hotel und informieren Dr. Mendel

Ergänzungen willkommen ;)

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Schlüssel scheinen hell

Stichpunkte:

Vorstellungsgespräch Vivi – Friday, Erik Abstecher Schlüsselladen, Besitzer tot am Boden, Safe ist offen, schwarzer SUV flüchtet, Erik ruft Vivi an, sie kommen vorbei, praktischer Teil Vorstellungsgespräch, Untersuchung Tatort, grelle magische Signatur im Safe, leeres Polster, draußen magische Signatur Beobachter, nicht einzuholen. Recherche vom Büro aus, letzte Kunden checken, Botschaft, Telefonat?, Rechner unergiebig, Haus magisch durchsuchen, Gegenstände aus mysteriösen Raubzügen,

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