Every day the same shit

Das Geheimnis des Doktors
Dr. Ticks und das Pornokino

Es ist ein unheimlich heißer, schwüler Tag in Seattle. Der Asphalt dampft und die Luft steht. Zum Regen der letzten Tage kam noch die Asche des havarierten Kernkraftwerks hinzu und so haben sich unsere Runner nach Möglichkeit in ihre persönlichen Löcher verkrochen: Hatori in seiner Wohnung, wo er mit der braunen Brühe, die aus dem Wasserhahn kommt und nur noch mit Wohlwollen als Wasser bezeichnet werden kann, seinen Bonsai wohl gleichermaßen mit Feuchtigkeit und “Nährstoffen” versorgt. Als Mr. Johnson ihn anruft, muss er nur die Möglichkeit erwähnen, vielleicht bald jemandem weh tun zu können, da sagt der Troll sofort zu. Briz hockt in seiner Garage, wo es zumindes erträglich ist, während er an seiner neusten Drohne bastelt. Ihn lockt Mr. Johnson mit der Aussicht auf einen investigativen Auftrag. Vivi hat sich in die kühlen Untiefen der Bibliothek zurückgezogen, um sich ihrem liebsten Hobby – dem Studium der Bücher – hinzugeben. Sie sagt ebenfalls sofort zu. Itch, ein Computernerd wie er im Buche steht, sitzt und schwitzt unbeeindruckt im Dunste seiner zahlreichen Computer und eigener Ausdünstungen und beschäftigt sich mit dem Studium von Trideo-Pornos. Als Mr. Johnsons Anruf kam, war er sich nicht sicher, ob er sich davon jetzt wirklich losreißen wollte. Zumal er auch noch RAUS musste. Er checkte kurz die Location, die Mr. Johnson ihm angegeben hatte: die gesamte Belegschaft des Marys Diner war vor kurzem dort rituell hingerichtet und liegen gelassen worden. Das gesamte Lokal war mittlerweile renoviert und neu eröffnet worden. Das machte ihn neugierig und gab den Ausschlag: er würde hingehen. Marys Diner, 20 Uhr.

Itch traf als erster ein. Er hatte sich die Uhrzeit falsch gemerkt und war demnach schon eine Stunde zu früh da. Er betrat das Restaurant im Stil der 1960er Jahre und wurde von einer äußerst knackigen, knapp bekleideten Rollschuhkellnerin begrüßt und an einen Platz im Raum geführt. Er bestellt, während er ihr in den Ausschnitt starrt, “Ich hätte gern eine große Brüste…äh Cola”. Oh Mann. Er nimmt Platz und genießt die Aussicht, während er auf Mr. Johnson wartet.
Um kurz vor neun trafen In kurzer Reihenfolge, Vivi, Haorti und Briz ein und ließen sich ins Hinterzimmer führen. Vivi wunderte sich ein bisschen darüber, dass es deutlich nach frischer Farbe roch und auch sonst das gesamte Interieur neu zu sein schien, machte sich aber keine weiteren Gedanken darüber. Sie bestellte einen Burger mit Pommes und ne Cola, sie musste ja schließlich nicht verhungern, während sie wartete. Hatori blieb auf seiner üblichen Bier-Diät und in einem kurzen Begrüßungsgeplänkel mit Vivi wortgewandt wie immer.
Mr. Johnson trat ein, einen dürren, blassen, etwas kränklich wirkenden jungen Mann im Schlepptau. So wie der aussah, konnte er eigentlich nur ein Hacker sein. Mr. Johnson stellte ihn als Itch und neues Mitglied ihrer Gruppe für diesen Auftrag vor. Etwas enttäuscht stellte Vivi fest, dass Lardia nicht dabei sein würde. Hoffentlich war bei der Elfe alles in Ordnung, allerdings machte die Gute schon den Eindruck, als könne sie recht gut auf sich aufpassen. Das war also ihr neuer Wingman. Aber wenn er ein Decker war und was taugte, wäre er tatsächlich eine Bereicherung für dieses Team. Man würde sehen…

Der Auftrag sah folgendermaßen aus: Ein gewisser Dr. Ticks stahl sich nach der Arbeit zu einer Müllkippe und blieb dort bis spät in die Nacht hinein. Und seine Firma, bei der er regulär angestellt war, wünschte zu wissen, was genau der gute Doktor dort trieb. Es gab eine Woche Zeit für den Job und 10.000 Belohnung pro Kopf. Es waren alle dabei. Briz verhandelte noch kurz über den Preis, sagte dann aber auch zu.

Sie erhielten die Koordinaten der Müllkippe und ein Bild des Doktors, den Rest mussten sie selbst herausfinden. Inklusive des Unternehmens, für das wir den Auftrag ausführen sollten. Itch kostete es nur ein paar Minuten, um den Namen der Firma und ihren Standort herauszufinden, also wollten sie sich das gleich einmal ansehen. Briz brachte sie in seinem geräumigen Van (Itch unablässig das A-Team Maintheme summend, sobald er in dem Wagen sass) direkt vor die Haustür, um dann abzuschwenken und irgendwo seitlich zu halten. Von dort aus konnten sie das Gelände etwas in Augenschein nehmen, ohne aufzufallen.

Die Halde befindet sich in den Redmonds, ist von einer hohen Mauer umgeben und wird von einem Sicherheitsteam bewacht. Briz schickt eine Drohne zum Auskundschaften los: Das Gelände besitzt zwei bewachte Tore, einen Bereich mit Schuttautos, normaler Müll, eine Verbrennungsanlage zur Stromerzeugung und eine Labyrinth aus Baracken (Drohne/Monitor). Von ihrer Zielperson keine Spur und da sie auch nicht wissen, ob sich der liebe Doktor noch beim Arbeiten befindet, oder schon seinem geheimen Hobby nachgeht, ist es sinnlos noch hier zu warten.
Sie verabreden sich für den nächsten Tag, 11 Uhr bei Phoenix Biotech, um Dr. Ticks dort abzufangen, sobald er das Gebäude verlässt und dann an seine Fersen zu heften. Hatori beschloss, der netten Kellnerin in der Trollbar noch einen Besuch abzustatten. Es ist schwül, es herrscht leichter Nieselregen und als Briz seine Dragonfly losschicken will, stellt Hatori ernsthaft in Zweifel, ob das Ding bei Regen fliegen kann. Er wird keine Antwort gewürdigt, jedoch hält sich der Informationsgehalt ihres Aufklärungsfluges in Grenzen. Also beschließt Vivi einen Versuch zu wagen, indem sie mit ihrem Geist den Körper verlässt, um sich auf der astralen Ebene etwas umzusehen. Sie kommt nicht weit, das ganze Firmengebäude ist auf allen Ebenen gut gesichert, so auf der medialen. Gleich mehrere Watcher kreisen in kurzen Abständen um den Bau und es wäre sinnlos, irgendetwas zu versuchen. In der Zwischenzeit betrachtet Itch mitgroßer Faszination den verlassenen Körper der Magierin und fragt mit großen Augen “und die merkt jetzt wirklich gar nix mehr?” “Nein” kommt es von der Gruppe, aber das spielt schon keine Rolle mehr. Von Neugier getrieben muss er das einfach testen und wie selbstverständlich streckt er den Arm aus und kneift der Frau in den Nippel. Keine Reaktion. Natürlich nicht, denn ihr Geist ist ja unterwegs. Zu geschockt um zu reagieren und zu schnell passiert, können die anderen bloß mit dem Kopf schütteln. Kurz darauf kehrt Vivi wieder in ihren Körper zurück und berichtet von dem Misserfolg, gedankenverloren reibt sie sich die Brust. Da platzt es aus Hatori heraus “der hat dir in den Nippel gezwickt!” und zeigt auf Itch, dem das schlechte Gewissen ins Gesicht geschrieben steht. “Ich war nur neugierig” verteidigt er sich, doch Vivi klatscht ihm schon eine. “Und da ist dir keine andere Methode eingefallen?!” schimpft sie. Die beiden kabbeln sich ein Weilchen, doch schließlich kehren sie zum Thema zurück. Vivi konnte nichts rausfinden und sie mussten warten, bis ihre Zielperson das Gebäude verließ. Um 17.30 Uhr war es endlich soweit: Dr. Ticks trug einen kurz gehaltenen grauen Haarkranz und einen feinen Anzug. Kaum war er an die Straße getreten, hielt ein aufgepimpter BMW neben ihm. Er bestieg das Fahrzeug und sie nahmen vorsichtig die Verfolgung, wie erwartet bis zur Müllkippe, auf. Der schwarze Wagen hielt kurz bei den Wachen am Tor, wird aber sofort eingelassen. Ein Glück, das die Runner nicht haben. Briz versucht es wieder mit einer der Drohnen, doch das Ding stürzt ab und landet irgendwo auf einem der Müllberge innerhalb der Mauern. Sie können aber trotzdem feststellen, dass sich der BMW zu einem Seecontainer bewegt und die Insassen hineingehen. Immerhin ist ihnen nun die Position des guten Doktors bekannt, jetzt ist nur die Frage: wie hineinkommen? Sie suchen das Gelände von außen ab, was zunächst nicht viel hergibt. Nach einer fünfzehnminütigen Fahrt wissen sie: Es gibt mehrere Sicherheitstürme, einen halb verfallenen Schornstein der von Müll umgeben ist und ein Schild mit der Warnung vor Höllenhunden. 20150613_103527-1.jpg Nicht gut. Ganz schön viel Aufwand für Sicherheit, für einen Schrottplatz. Der Zwerg schickte nochmal eine seiner Drohnen los. Über den Schornstein dringt sie ins Innere ein. Ihr Flug endet nicht überraschend in einem alten Ofen, aber über die Videofunktion ist eine Treppe erkennbar. Briz ist sich sicher, dass unsere Zielperson und ihre Leute dort sind. Die Gruppe weiß also jetzt wo sie hin muss, aber immer noch nicht wie.
Ganz in der Nähe befindet sich ein Sqattercamp. Einige von ihnen schleichen in der Dunkelheit umher und scheinbar plündern sie Nachts die Kippe, also müssen sie einen Weg hinein kennen. Briz schlägt vor, sich mal mit ihnen zu unterhalten. Es dauert nicht lange, da kehrt er zurück und hat ihnen für 700 credit einen Zugang ausgehandelt.
Über einen ehemaligen Wasserkanal gelangen sie hinter die Mauer. Sie kommen durch ein altes Kino und über das Loch im Schornstein steigen sie ein. Sie müssen sehr vorsichtig sein, denn der Scharfschütze auf dem Dach der alten Verbrennungsanlage ist laut Angaben der Sqatter seit mehreren Tagen ziemlich nervös: Toxische Geister tauchen neuerdings in der Gegend auf. Dann rückt ein ein beschrifteter Van mit einer ganzen Ladung Magier an, die sich dann des “Problems” annehmen. An ihrem Einstieg angekommen, beschließt Hatori als erstes die rostigen Sprossen hinabzusteigen… und stürzt prompt ab. Eine der Sprossen hatte nachgegeben und nach einem Sturz von mehreren Metern prallt er mit einem dumpfen Aufschlag auf dem Boden des Schachts auf. Robust, wie Trolle nunmal sind, hatte er sich glücklicherweise nichts getan, jeder andere von ihnen hätte das nicht so gut überstanden. Unten angekommen umhüllt sie der Geruch nach Rauch und Leichen. Und bei weitem nicht so alt, wie sie es gern gehabt hätten. Grob getippt, war dies die “Entsorgungskammer”. Netter Verein. Der nächste Raum ist zur Hälfte eingestürzt und mit Müll gefüllt. Sie bewegen sich Richtung Treppe. Plötzlich bleiben sie stehen, man hört dumpfe Gespräche aus der Halle über ihnen. Briz schickt vorsichtig eine “Libelle” hoch. Die kleine Aufklärungsdrohne zeigt ihnen einen Ork, der vor einer Tür mit der Aufschrift “Kantine” steht.
Sie bewegen sich nach unten, wo sie auf einen Technikraum stoßen. Itch is ganz aufgekratzt: das ist sein Metier, hier kennt er sich aus. Er hackt sich ins System und stößt zunächst auf jede Menge Schmöker. Er sucht gezielt nach den Gebäude- und Zeitplänen der Mitarbeiter, dann stößt er auf die "Meditations"filme. Unmengen an Pornos wie “Der Mann mit der Dildohand”, “Massagegöttin 4” usw., die scheinbar hier produziert wurden (er war im Paradies!), außerdem eine Kundenkartei dazu. Dann fiel ihm auf, dass die einzelnen Dateien ungewöhnlich groß waren, selbst für Trideo-Filme. Sie diskutieren das kurz, aber sie sind sich alle einig, dass da mehr dahinterstecken muss, zumal das Datum der Produktionen mit dem Beginn von Dr. Ticks nächtlichen Ausflügen übereinstimmt. Er beschließt eine Datei eins zu eins zu kopieren, um sich das später in Ruhe nochmal ansehen zu können. Willkürlich markiert er einen Namen und der Zufall beschert ihm “Troll-Bang-Bass 3”. Mit diesem Schätzchen würder er später noch sehr viel Spaß haben. Auch wenn nicht auf die Art, die er nochmalerweise mit Pornos in Verbindung brachte (Trolle! Yikes). Er verschafft sich außerdem noch einen Admin-Zugang im Wartehäuschen. Nun hat er Einsicht in die ansässigen Firmenlisten (von der Lagerhallenfirma, von der Müllverbrennungsanlage, ect) und kann sie auf bekannte Namen durchsuchen: Dr. Ticks. Nichts. Kein Eintrag. Wäre ja auch zu einfach gewesen.
Er gelingt ihm leider nicht, die Namen der Runner auf die Liste der geladenen Gäste einer “Veranstaltung” zu setzen, wohl aber auf die der Mitarbeiter. Sie werden wohl also demnächst als Transportfahrer wiederkehren, um weiter herumschnüffeln zu können.
Heute kann die Gruppe nichts mehr erreichen und so beschließen sie, erstmal nach Hause zurückzukehren und ihre Connections anuzapfen. Mal sehen, was sie herausfinden können…

Acht Stunden später saßen sie alle müde in einem Cafe, eine dampfende Tasse vor sich und wollten gerade mit dem Austausch ihrer neuesten Erkenntnisse der nächtlichen Erkundigungsrunde beginnen, da sahen sie ein bekanntes Gesicht. Lässig schlenderte Lynn mit ihrem Coffee to go an der Theke vorbei und ließ sich von den Mädels rüber winken. “Hallo Leute. Gehört ihr zusammen?” sie zog eine Augenbraue hoch, während sie die Männer musterte. Die Gruppe bestand sogar für Seattler Verhältnisse aus einer wilden Mixtur: ein riesiger Troll – also sogar eine über das übliche trollisch gigantische Maß hinaus massive Erscheinung- er ihr später als Hatori vorgestellt wurde; ein Zwerg mit einem kybernetischen Auge namens Briz Masal, die winzige Bibliothekarin Vivi in ihrem lächerlichen Mantel, den sie stets zu tragen schien und Lardia die Elfe, die sowohl gefährlich, als auch umwerfend aussah. Was für eine Mischung. Seltsamerweise freute sie sich tatsächlich, die beiden zu sehen. Eigentlich war sie eher eine Einzelgängerin und arbeitete nicht gern in Gruppen, aber die Zusammenarbeit mit den zwei ungleichen Frauen war erstaunlich unkompliziert und produktiv verlaufen, die beiden hatten schon was auf dem Kasten. Wenn sie hier also in dieser ungewöhnlichen Konstellation tagten, konnte das eigentlich nur bedeuten, dass sie an einem Fall arbeiteten. Oh Mann, sie konnte wirklich mal wieder einen Auftrag gebrauchen, sie brauchte dringend Geld. “Was treibt ihr so?”, tastete sie sich vorsichtig vor. Vivis Gesicht erhellte sich, als habe sie soeben eine grandiose Idee gehabt “Mensch das ist ja super. Hast du zufällig Lust dir ein bisschen Geld dazu zu verdienen, wir stecken nämlich sozusagen fest”. Lynn versuchte sich ihre Erleichterung nicht anmerken zu lassen, immer schön cool bleiben und in der nächsten halben Stunde erfuhr sie alles über ihren Auftrag die dubiosen nächtlichen Unternehmungen eines gewissen Dr. Ticks aufzudecken. Ihr Hacker (Itch) hatte eine verdächtig umfangreiche Datei aus einem Pornostudio kopiert und sich nach seiner Untersuchung mit der Nachricht “Ware ist heiß” (was für ein geschmackloses Wortspiel), abgesetzt. Nun saßen sie da, mit einer Kopie ihrer Datei und unzähligen losen Enden und wussten nicht so recht, wo sie weiter machen sollten. Sie hatten alle Register gezogen und ihre Connections mobilisiert: Vivis Kontakt warnte sie leider lediglich vor dieser ganzen Geschichte, mit dem deutlichen Hinweis vorsichtig zu sein, da sie es mit äußerst gefährlichen Leuten der schwarzmagischen Liga zu tun habe. Mäßig hilfreich. Lardia und Briz hatten gar nichts zutage fördern können und die verwertbarste Info kam erstaunlicherweise von dem Troll. Der kannte nämlich einen Typen der in der Pornobranche arbeitete. Mr. LongDonSilver, der Porno-Troll hatte bereits für besagte Pornofirma gearbeitet. Scheinbar hatten die netten Leute vom Set ihre Darsteller unter Drogen gesetzt und ein gewisser Anteil von ihren wird seitdem vermisst. Ausschließlich Menschen.

(Quick-Check der restl. Story, Ausarbeitung erfolgt bei Gelegenheit:)
Lynn kontaktierte einen Hacker, den sie kennt und schickt ihm die Datei, die Itch von ihrem letzten Zug mitgebracht hatte, mit dem Ergebnis: nur 10% der Datenmenge sind der Porno (“Hatori hat Film genau studiert!” sagt der Troll stolz. “Ganz oft”), der Rest besteht aus arkanen Symbolen – Vivi erkennt sie als Beschwörungsformel, aber leider nicht wofür. Außerdem erfahren sie, dass seit 8 Wochen die neue Porno-Kollektion auf dem Markt und für jedermann erhältlich ist. Der Umlauf musste enorm sein und damit das Gefahrenpotenial riesig. Zurückverfolgbar war das Ganze nur zu einer Briefkastenfirma. (Die Adresse ist ihnen schon bekannt, da waren sie beim letzten Fall schon mal, ist aber nichts zu holen. Wie gesagt: Briefkastenfirma). Außerdem verdächtig: ein Massenmord in Zusammenhang mit Pornos. Lynn zog alle Register, darunter ein Kontakt bei der Polizei: unter einigen Leute aus der Trideo-Szene wurde ein Blutbad angerichtet, sie bekam von ihm sogar die Adresse vom Tatort.
Dort angekommen fanden sie immer noch Absperrbänder der Polizei, jede Menge Blutspuren, Körper- und Körperteileumrisse am Boden angezeichnet, es musste ein Massaker gewesen sein. Es klebten sogar noch einige undefinierbare Stückchen irgendwas an der Decke, Elektroschrott von Trideos liegt am Boden herum. Briz: techn. Geräte am Tatort frisiert und illegal. Vivi versuchte über das Netz Daten zum Tatort zu finden, vielleicht ein Video. Seit den 2000ern filmte doch überall und jederzeit irgendein Blödmann, alles was so passierte. Blöde Idee. Ganz ganz blöde Idee. Natürlich fand sie nichts, außer einem Hinweis, dass die Körperteile eher per Schneide abgetrennt, als explodiert waren. Keine fünf Minuten später bekamen sie auch schon Besuch:
Ankunft 2 Autos mit je vier Typen, darunter ein am Schädel tätowierter Kerl, jedoch nicht der, den sie schon kannten. Hatori stand am Fenster und wurde als erstes gesehen, sofort ging ein Angriff mit einem Maschinengewehr los. Ein paar der Kerle laufen die Treppe hoch, der tätowierte Typ fängt an zu zaubern. Vivi reagiert sofort und wirkt als erstes eine arkane Abschirmung für die ganze Gruppe. Dann feuert sie mehrere kleine Geschosse auf ihn ab, verfehlt aber. Hatori wird zwar von ein paar Kugeln getroffen, ist aber völlig unbeeindruckt und nimmt kein Schaden. Briz schießt mit seiner Drohne, verletzt den ersten Typen, den Lardia dann mit ihrem Katana zerteilt. Lynn klettert zum Dach um eine höhrere Position zu erreichen. Vivi greift den Magier ein weiteres mal an, fügt ihm eine Wunde hinzu und unterbricht damit seinen Zauber. Der ist stinkig, feuert auf sie und schlägt knapp neben ihr ein ziemlich beeindruckendes Loch in die Wand. Hatori schubst den ersten der drei Kerle auf der Treppe mit seiner Axt an, was den aber nur ankratzt. Lardia erledigt 2 weitere, Hatori zermatscht den dritten mit der Axt und bekleckert Lardia dabei mit Hirn und Gedärm. Er versucht es wieder gut zu machen indem er versucht sie wieder abzuwischen, was vermutlich das Schlimmste an der ganzen Sache war. Der Magier ist immer noch sauer auf Vivi und seine nächste Salve trifft: er erwischt sie übel und fügt ihr zwei Wunden zu, dann steigt er in einen der Wagen. Ein weiterer erreicht verletzt den Hof und will zum zweiten Wagen, doch er hat die Rechnung ohne Lynn gemacht, die tatsächlich vom Dach springt und in einem epischen Move auf dem Kerl landet und ihn mit dem Messer onehittet 20150802_212200.jpg. Derweil fällt Hatori ein, dass er ja noch den Granatwerfer einstecken hat und beschließt, den Magier am wegfahren zu hindern, indem er ihn mit dem Teil hochjagt. Erst danach fällt ihnen auf, dass ja nun niemand mehr zum Befragen da ist. Wieder blöd.
Ohne weiteren Anknüpfpunkt kehren sie zum Schrottplatz zurück, nur um dort festzustellen, dass das Pornokino ausgeräumt wird. Gerade fahren die letzten LKWs vom Hof. Sie sehen auch Dr. Ticks, wie er mit jemandem vom Kino auf dem Hof steht und diskutiert. Briz macht mit der Drohne schnell ein paar Bilder, um ein paar Beweise zu sammeln, bevor er in ein Auto steigt und wegfährt. Briz folgt den LKWs mit der Drohne bis zu einem neuen Standort in den Barrents.
Zeit sich ein paar Stunden zu erholen und einen neuen Schlachtplan zu erstellen…

*Ein paar Fakten: Am selben Abend, an dem die Runner ihren Auftrag das Artefakt für einen gruseligen und mächtigen Magier mit tätowierter Glatze abschließen und ihm den Ggenstand aushändigen, sterben in derselben Nacht in ebendiesem Restaurant der Übergabe die gesamte Belegschaft einen äußerst blutigen Tod. Gleichzeitig sterben ein paar Kilomenter entfernt in einem Lagerhaus einige Leute aus der Trideo-Szene, während sie sich vermutlich ein paar Pornos reinziehen, unter ähnlich unschönen Umständen. Außerdem beschatten sie einen Mann, der für seine neurowissenschaftlichen Erkenntnisse berühmt ist und Vivi bekam es mit Magiefoki zu tun, die in menschliches Gewebe gebundene mächtige Geister entfesseln. Es verschwinden Menschen, während ein Pornoproduzent Beschwörungsformeln ins Unterbewusstsein der Konsumenten schleust, teilweise sogar von dessen Filmsets und obendrein tauchen in dieser Umgebung auch noch urplötzlich toxische Geister auf. Vivis Kontakt verrät ihr, dass die Beschwörung dazu dient, einen Geist in sich zu inkarnieren. Nun ist die Frage: was bedeutet das?
*

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Das Artefakt
Erste Zusammenarbeit der Gruppe

Snohomish, Seattle

Mr. Johnson telefoniert seine Kontakte durch. Er muss ein Team zusammenstellen und hofft, dass es funktioniert, denn der Auftraggeber ist ein wichtiger Kunde. Außerdem war er ein Magier der grusligen Sorte, was er natürlich nie laut sagen, oder zugeben würde.

Als erstes rief er den kleinen Bücherwurm an, Vivi. Wobei “klein” in diesem Fall wörtlich zu nehmen war. Die Frau war ein verdammter Hamster. Wenngleich auch ein sehr schlauer Hamster. Er hatte schon öfter mit ihr gearbeitet (was natürlich bedeutete, dass er ihr schon ein paar Aufträge vermittelt hatte) und sie hatte bislang alles souverän erledigt. Sie war eine Magierin der angenehmen Sorte. Trotz ihrer kleinen Statur und ihrem eher unauffälligen Äußeren mit dem brünetten Zopf und den braunen Augen, hatte sie eine gute Figur. Die würde er durchaus gern mal auf den “Schoss nehmen”. Aber erstens würde sie vermutlich platzen und zweitens ging es hier um Geschäftliches. Das Telefonat war kurz, er bestellte sie für 22 Uhr ins Marys Diner.

Das Telefonat mit dem Troll war noch kürzer. Waren Trolle im Allgemeinen schon nicht besonders schlau, war dieser hier, namens Hatori, wirklich dumm. Andererseits musste er das auch nicht, denn mit seiner stattlichen Körpergröße, den üblichen Troll-Attributen und der Durchschlagskraft einer Abrissbirne, machte er auch so genug Eindruck, um durchaus zurecht zu kommen. Mr. Johnsons Anruf störte Hatori, als er gerade liebevoll seinen Bonsai pflegte. Sein kleiner Schatz war sein Ein und Alles. Schon seit Jahren umhegte er den Miniaturbaum – der für jeden anderen freilich ein stattliches Gewächs in Palmenformat darstellte – und er war wirklich stolz darauf. Kurz und knapp vereinbarten sie Zeit und Treffpunkt.

Mr. Johnson wollte den Rigger schon längst einmal testen. Er war ein lässig wirkender, recht unkomplizierter Zwerg von etwa 1,60m Größe und einer ordentlichen Portion Talent. Ein fähiger Rigger konnte ihm viel Geld einbringen, waren sie doch für Jobs aller Art sehr begehrt. Dieser hier war unerfahren, aber wenn er was taugte, könnte er eine kleine Goldgrube für ihn werden. Briz Masal liebte seine Werkstatt und die Schrauberei an den Autos und Drohnen, doch er freute sich über den Anruf von Mr. Johnson, versprach es doch mal einen etwas lukrativeren Job. Außerdem stand ihm der Sinn nach etwas Abenteuer. Also dann, um 22 Uhr im Marys Diner.

Über die scharfe Elfe war er zufällig gestolpert. Sie war offensichtlich neu in der Stadt und “frische Ware” erkannte Mr. Johnson sofort. Außerdem war die Schönheit kaum zu übersehen, wie sie so am Thresen der Kneipe lümmelte. Er weiß nicht mehr genau WIESO er ihr einen Job angeboten hatte, aber er brauchte sowieso noch jemanden für dieses Team und vielleicht hatte sie ja tatsächlich etwas auf dem Kasten. Lardia war eine eine Adeptin und dieser Auftrag war die perfekte Gelegenheit ihre Fähigkeiten zu testen.

22 Uhr

Marys Diner lag im Stadtteil Snohomish, einer etwas ländlicheren und ruhigeren Gegend von Seattle. Das Diner war im Stil der 1960er Jahre gestaltet und jeder der den Laden betrat, wurde von einem sexy rollschuhfahrenden Kellner oder Kellnerin begrüßt und an den Tisch geleitet. Das Treffen der Gruppe fand selbstverständlich im Hinterzimmer statt, wo das nötige Maß an Diskretion gewährleistet war. Die Runner hatten sich bereits eingefunden, als Mr. Johnson die Szene betrat. Und während sich Vivi beim Anblick des Trolls, der vorsichtig an den in seinen Händen wie Puppenspielzeug wirkenden Bierflaschen nuckelte, das Lachen verbiss, beäugten sich alle anderen misstrauisch.
Der Auftraggeber trat ein. Es war in der Tat ein unangenehm wirkender, blasser Mann von schlanker Statur, mit rituellen Tätowierungen auf dem rasierten Schädel. Ohne ein Wort des Grußes oder eine Vorstellung trat er ein, schätzte die Runde mit einem kühlen Blick ab und begann dann ohne Umschweife sein Anliegen vorzubringen: Ein Talisman war abhanden gekommen, auf dem Weg zu seinem Bestimmungsort. Scheinbar war der Fahrer, aus welchen Gründen auch immer, von der geplanten Route von Bellevue nach Snohomish abgewichen. Er hatte ein Route über die Redmonds genommen (Idiot), dort gab es einen Unfall und seither fehlt jede Spur von dem Artefakt. 15000 Belohnung winkten, für die Wiederbeschaffung bis spätestens 23Uhr des nächsten Tages. Das Angebot verfalle bei Nichteinhaltung der Frist, da der Talismann dann jeglichen Wert verliere. Keiner der Runner machte Anstalten, einen Rückzieher zu machen, also war der Deal in trockenen Tüchern. Mr. Johnson atmete innerlich auf.
Einziger Anknüpfpunkt für die Suche war ein Datenchip, auf dem die Route des Fahrers, sowie seine Abweichung und die Unfallkoordinaten enthalten waren. Außerdem das Bild einer Obidianstatue, wobei es sich wohl um das Artefakt handeln musste.
Mr. Johnson grübelte vor sich hin, ohne das durch seine neutrale Miene erkennen zu lassen. Er hatte solche Schnitzeljagden ins Blaue mit nur ein paar Bröckchen an Informationen immer gehasst. Zu viele unbestimmte Risiken, zu viele Variablen. Er rieb sich unbewusst eine Stelle am Bauch wo seine Narbe zu kitzeln begann. Tja, dachte er bei sich, so ist das Leben eines Runners eben.
Vivi hatte sich den Typ genau angesehen. Die Zeichen seiner Tätowierungen waren ihr bekannt vorgekommen, aber sie kam einfach nicht darauf woher. Aber ihr war klar, dass er Magier war und zusammen mit den Informationen, die sie über den Auftrag hatte, musste es sich bei dem Talisman um ein bereits magisch aufgeladenes Artefakt handeln. Daher auch die kurze zeitliche Frist, denn dann würde sich die magische Wirkung auflösen. So etwas hielt nicht ewig. Also nichts wie los. Nach einer kurzen Beratschlagung kam man überein, dass eine Stunde Zeitverlust gut investiert sei, wenn die Leute dadurch gut ausgerüstet an diese Sache rangehen könnten. Vivi brauchte keine Ausrüstung, sie brauchte nur ihr Köpfchen. Daher nutze sie die Zeit, indem sie sich über Lardias Burger mit Fritten hermachte. Diese hatte jetzt keine Zeit mehr dazu, ihn zu essen und es wäre doch schade drum.

23:45

Die Fahrt zur Unfallstelle verlief ereignislos, Briz hatte sie alle in seinem Bus untergebracht. Dort angekommen untersuchten sie den Tatort, aber außer ein paar Plastikteilen und der Kreidezeichnung sah er zunächst recht unspektakulär aus. Briz nahm das Schadensbild des Unfalls genauer unter die Lupe und kam zu dem Schluss, dass der Wagen wohl von hinten gerammt worden war. Und Vivi stellte bei der Untersuchung der Geisterebene nur fest, dass das Artefakt eindeutig hier gewesen und nun weg war. Was ihr noch auffiel, sie aber für sich behielt war, dass der Talisman unheimlich stark war. Die Magie war intensiv, mächtig und kunstvoll gewebt. Sie konnte nicht einmal ausmachen, welcher Art der Zauber war, nur dass die Kraft die darin steckte enorm war. Diese kleine Statuette war sicher gut und gerne 100.000 Credits wert. Kein Wunder, dass der Magier sie so unbedingt wiederhaben wollte. Dann entdeckten sie die Gangzeichen an der Leitplanke. Sowohl Vivi, als auch Briz kannten sie, sie gehörten zu den Crazy Monkeys, einer Gang aus den Redmonds mit etwa 15-30 Mitgliedern.
Vivi war schon etwas länger in der Stadt, und das ein oder andere schnappte man eben auf. Briz kannte sie aus der Szene. Sie waren bekannt dafür Autos auszuschlachten und die Teile dann weiter zu verkaufen. Immerhin hatten sie eine Spur.

Die Crazy Monkeys

Sie machten sich auf den Weg zum Hauptquartier der Crazy Monkeys, ohne einen klaren Plan zu haben, wie sie vorgehen wollten. An jeder Ecke des Viertels standen Mitglieder der verschiedenen Gangs, um ihr Revier zu markieren und zu verteidigen. Auch der Eingang zum Gebäude der Monkeys war bewacht und so parkten sie auf der Rückseite, um sich zu beraten. Schließlich schlug Vivi vor via Geistsuche hineinzugehen, um nach dem Artefakt zu suchen und Informationen zu sammeln. Dafür musste sie ihren Körper zurücklassen, der im Bus leblos in sich zusammensackte. Auf einer Zwischenebene der Existenz schwebte Ihre Essenz ins Lager der Gang. Der erste Raum öffnete sich groß vor ihr, wo mehrere Autos standen und einige Mitglieder der Gruppe gerade damit beschäftigt waren einen Wagen in seine Einzelteile zu zerlegen. Sie machte sich auf die Suche nach dem Artefakt. Bei der Energiemenge die es abstrahlte, sollte es leicht zu finden sein. Sie kam in ein unteres Stockwerk, wo einige Betten standen. Scheinbar ein Wohn- und Schlafraum der Männer und dort, auf einem Tisch, fand sie einen Hinweis auf das was sie suchte. Doch leider war es nur ein Abdruck, ein leichter Nachhall der Energiesignatur, die sie auch schon an der Unfallstelle wahrgenommen hatte. Also gut, hier konnte sie so nichts mehr ausrichten, zurück zu den anderen. Vivi kehrte zum Wagen zurück. Ihr Körper straffte sich, nur um zu stöhnen und die Hände an die Schläfen zu pressen. Sie nuschelte irgendwas von einer Kopfschmerztablette, berichtete dann aber detailliert von ihrem Ausflug. Die Runner sahen sich an. Nun blieb ihnen wohl nichts anderes übrig, als Briz´ Plan in die Tat umzusetzten, sich unter dem Vorwand Ersatzteile kaufen zu wollen, ein wenig umzuhören. Aus Gründen der Diskretion und zu Vivis Schutz, ließen sie Hatori bei ihr im Auto zurück.
Lardia und der Zwerg schlenderten entspannt auf die Wachen der Crazy Monkeys zu und während sie nach der ersten Musterung scheinbar als harmlos bestanden hatten, ging der rothaarige Kerl zu einer wohlwollenden intensiveren Musterung Lardias über. Sofort begann er sie anzubaggern. Briz Masal grinste und übernahm den geschäfltichen Anteil, indem er ihr Anliegen vorbrachte, einen Motor zu suchen; von dem Modell des Unfallwagens selbstverständlich. Ihnen wurde Einlass gewährt und man führte sie in die große Halle, wo die Wagen standen, wie Vivi es beschrieben hatte. Während der Zwerg damit begann, um Teile und Preise zu feilschen, entschuldigte sich Lardia und begab sich unter dem Vorwand zur Toilette zu gehen, auf die Suche nach Hinweisen. Doch anders als die Magierin, begab sie sich nach oben. Vorbei an den Toiletten kam sie auf ein Dach, wo leider zwei der Monkeys beim Rauchen standen und sie bemerkten. “He, was machst du denn hier?” rief der eine. Die beiden kamen auf sie zu. Sie setzte ein zuckersüßes Lächeln auf und erklärte, es tue ihr furchtbar Leid, sie habe sich auf dem Weg zur Toilette verlaufen. Männer glaubten unheimlich gern, Frauen seien komplett bescheuert, vor allem wenn sie ihr dabei auf die Brüste glotzen konnten. Die einfachsten Sachen funktionierten einfach am Besten, denn der eine winkte ab und grummelte “die ist da vorn im Gang rechts”, während der andere beschloss sie zu begleiten. Vielleicht war er misstrauisch genug, sie nicht alleine herumlaufen lassen zu wollen, aber nicht schlau genug sie für eine potentielle Gefahr zu halten. Er ging zu Boden wie ein gefällter Baum, kaum dass sie auf dem Flur allein waren. Mit einer “zufälligen” Berührung der Hand hatte sie ihn ins Traumland geschickt. Ihr Zeitfenster in dem niemand misstrauisch werden würde, schloss sich ohnehin, also kehrte sie zu Briz in die Halle zurück.
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Währenddessen im Bus: Vivi erholte sich zusehends und langweilte sich ein bisschen – der Troll war nicht der beste Gesprächspartner – als dieser verkündet “Hatori muss pinkeln” und sich aus dem Bus schält. Er ging zu einem Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite und schon ergoss sich ein schier endloser Strom gelben Wassers. Mit morbider Faszination verfolgte Vivi, wie sich ein reißender Strom in der Rinne der Straße bildete und langsam die Fahrbahn überflutete.
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Briz schien erleichtert, sie kommen zu sehen und sei es auch nur, weil er die Verhandlungen kaum länger herauszögern konnte. Sie schüttelte leicht den Kopf, als sie auf ihn zuging, um ihm zu signalisieren, dass sie nichts gefunden hatte. Er verkündete, er wolle das Gangmitglied begleiten, um die Ware zu prüfen. So kam es, dass sie ins Untergeschoss geführt wurden, wo der Zwerg Lardia überraschte, indem er ohne Umschweife eine Waffe zog und auf den Monkey richtete. “Wo ist das Artefakt?” donnerte er. Der Typ wand sich ein wenig und Briz wirkte nun ein bisschen hilflos, also kam Lardia ihm zu Hilfe. Gemeinsam kitzelten sie aus ihm heraus, dass der Rucksack mit dem Talisman wohl an einen gewissen Viktor verkauft worden war. Zu finden sei dieser Kerl in einer Spelunke namens Sputnik im Rentoner Viertel. Na wer sagts denn, EIN weiterer Hinweis. Eilig kehrten sie zum Bus zurück. Die Straße war plötzlich halb überflutet, wo vorhin noch alles in Ordnung gewesen war. “Ist hier irgendwo ein Hydrant geplatzt?” äußerte Lardia ihre Verwunderung.

Das Sputnik

Natürlich war das Sputnik eine Russenkneipe. Mit den üblichen Möchtegern-Gangstern vor der Tür, wenngleich diese hier sicher ernstzunehmender waren, als die gegelten Typen vor dem Marys Diner. Viktors Garagenladen grenzte direkt daran an, die Rolltore geschlossen. Verdammt. Also blieb ihnen nichts anderes übrig, als in der Kneipe herumzufragen. Und das bei den Russen, bekannt für ihre Geschwätzigkeit und ihr fröhliches Wesen. Was für ein Spaß.
Die Gruppe betritt also die Kneipe. Aus Gründen der Tarnung (!) bestellten erstmal alle beim fröhlichen Russen am Tresen einen Drink. Völlig unerwartet wollte der Barkeeper nichts über Viktor erzählen und so verabschiedete sich Vivi erstmal aufs Töpfchen, jedoch nicht ohne Lardia mit sich zu ziehen. Weiber! Dass die nicht allein aufs Klo gehen können. Aber die Elfe hatte gleich verstanden, was die kleine Frau von ihr wollte: sie sollte auf sie aufpassen, während ihr Geist ihren Körper verließ, um sich auf der Geistebene etwas umzusehen. Sie zogen sich in die eine der beiden Kabinen zurück, die nicht besetzt war – mit einem Russenpärchen beim Dampfhammer-Fick. Vivi war schon zusammengesunken, sie bekam also nichts mehr mit von der Geräuschkulisse aus eindeutig rhythmischem Scheppern der Kabine, Grunzen und… Anfeuerungsrufen der Frau? Vivi, die Glückliche. Andererseits, wer weiß was sie auf ihrer Ebene zu sehen bekam. Lardia beschloss, den Gedanken nicht zu vertiefen. Gerade unterzog sie die Kabine einem prüfenden Blick, als die Gestalt der Magierin sich wieder straffte. Sie war zügig in ihren Körper zurückgekehrt und sah diesmal auch ganz fidel aus. Sie sprang auf, rollte mit den Augen und machte mit den Fingern eine laufende Geste. Was entweder bedeutete, sie sollten aus der Kabine verschwinden, oder dass das Artefakt nicht mehr hier war. Wie auch immer, Lardia ergriff die Gelegenheit zur Flucht vor dem Erdbeben, dass “Da!” hieß. Sie kehrten zum Tresen zurück, wo Hatori bereits wieder Spielzeugbiere um sich sammelte. Vivi schüttelte unmerklich den Kopf, was wohl so viel hieß wie “es ist nicht da”. Sie setzte sich auf einen Barhocker (dafür, dass sie fast klettern musste, sah es erstaunlich elegant aus), stützte das Kinn in die Hände und schaute den Barkeeper groß an. Die Jungs hatten offenbar schon versucht Fragen zu stellen, aber mit mäßigem Erfolg.
Mittlerweile war ein als Olga angesprochener üppiger Fleischberg von der Toilette in den Schankraum getreten und zog sich den Leopardenfellmuster-Stretchrock zurecht.
Vivi sah zu Lardia und zog die Augenbrauen hoch. Die große Runnerin seufzte innerlich. Verhandlungen mit Russen, das wurde auf die ein oder andere Weise eigentlich immer derbe. Sie beugte sich ganz weit zu dem Gläser polierenden Barmann hinüber und sah ihm in die Augen. Geschickt begann sie Fragen zu stellen, aber ihre Überredungskünste halfen ihr leider auch nichts. Er stierte ihr auf die Titten, grinste anzüglich und verkündete, wenn sie etwas über Viktor wissen wolle, müsse sie schon mit ihm in sein “Büro” gehen. Dann würde er ihr erzählen, was sie wissen wolle. Die hübsche Elfe zuckt nicht einmal mit der Wimper als sie völlig ungerührt verkündete “Okay, gehen wir in dein Büro”. Die versammelte Mannschaft glotzte sie blöde an, während Olga sie mit Blicken aufspießte. Die grinste und verschwand mit dem Bastard durch eine Tür. Gierig öffnet der Typ seine Hose und holte seinen Schwanz raus, doch da wendete sich das Blatt für ihn. Denn statt sein Ding in den Mund zu nehmen, hielt sie ihm einen ziemlich scharfen Dolch daran. “Da beginnt sogar der Russe zu schwitzen, was?” denkt sie bei sich und fragt ihn zuckersüß “So. Was ist jetzt mit Viktor? Wo finden wir ihn?”. Wie alle Kerle, hat auch dieser Widerling eine Heidenangst, wenn es um sein gutes Stück geht und schon sprudelt Viktors Adresse aus ihm hervor. Sehr erfreulich. “Herzlichen Dank”. Und als sie sich erleichtert durch die Tür zurückzieht brüllt der Mistkerl mit einem fiesen Grinsen im Gesicht “Echt super, Schätzchen! War toll”.

-

Die Gruppe floh regelrecht aus dem Club und war froh, Viktors Freunden zu entkommen. Allerdings war diese Freude nur von kurzer Dauer, da sie draußen von drei Männer der Crazy Monkeys erwartet wurden, die Waffen im Anschlag. Vivi entdeckte sie als erste und stieß eine kurze Warnung aus, aber das änderte nichts an der Tatsache, dass sie nicht an ihnen vorbei kamen. Natürlich wollten sie mehr Geld. Nachdem die Runner dort aufgetaucht waren und herumgeschnüffelt hatten, war den Ganoven klar geworden, dass es sich um etwas wertvolles handeln musste, das sie da zum Schleuderpreis weiterverkauft hatten. Und die Fremden sollten nun die Zeche zahlen. Es entwickelte sich das übliche Geplänkel, als es Vivi zu bunt wurde. Sie kannte diese Spielchen. Das würde sich ewig hinziehen und zu nichts führen, also beschloss sie, die Dinge ein wenig zu beschleunigen. Nur, dass es anders lief, als sie geplant hatte. Eigentlich wollte sie die Männer der Gang lediglich mit Verwirrung schlagen, doch irgendwie schlug der Zauber Fehl. Vielleicht brauchte sie auch einfach zu lange, jedenfalls stieß einer der drei einen Ruf aus und eröffnete das Feuer. Eine Kugel traf sie direkt in den Bauch, eine andere kitzelte den Troll ein wenig, richtete bei ihm jedoch keinen nennenswerten Schaden an. Vivi ging sofort zu Boden, wo sie ungesunde Mengen ihres Blutes verteilte. Die anderen reagierten schnell. Nach einem kurzen Gefecht waren zwei der Monkeys ausgeschaltet und ein Dritter befand sich in Hatoris Würgegriff, der ihn mit wachsender Begeisterung schüttelte. Sie konnte dem Gespräch nicht ganz folgen, aber anscheinend wurde nach kurzer Debatte beschlossen, sie zu einem netten diskreten Arzt in der Nähe zu bringen, da sonst die realistische Gefahr bestand, dass sie hier in naher Zukunft kurzerhand verblutete.

Der Doktor

Etwas benommen presste Vivi die Hand auf die Wunde, aus der stetig weiter dunkles Blut quoll, während sie in den Bus geladen wurde, das letzte Gangmitglied zu einem handlichen Paket verschnürt neben ihr (das der Troll liebevoll mit seinen riesigen Pranken zu streicheln begann. Der Monkey sah darüber nicht glücklich aus). Aber es dauerte tatsächlich nicht lange, bis sie das Häufchen Magierin bei dem “Arzt” auf den Tisch laden konnten. Mit dreckiger Schürze und schmierigem Grinsen nahm er sie in Empfang und ohne Bestätigung seines saftigen Honorars, rührte der Mistkerl erstmal keinen Finger. Zum Glück war Vivi in der Lage, ihm die Credits sofort zu übertragen, sonst hätte er sie glatt auf seinem Tisch verbluten lassen. Zu Lardias großer Erleichterung schickte er die Kleine mit einer Injektion ins Traumland, bevor er begann die Kugel aus ihren Eingeweiden zu pulen. Fröhlich pfeifend machte er sich ans Werk, während er ihnen mitteilte, wieviel Glück sie doch gehabt hatte, dass das Geschoss den Darm verfehlt hatte. Für ihren Geschmack machte der Kerl diese Metzgerarbeit viel zu gerne, aber er machte seinen Job scheinbar ganz ordentlich. So kam es, dass Vivi zwar ziemlich blass und etwas high, aber ohne triefende Wunde die Hinterhof-Praxis relativ kurze Zeit später auf eigenen Beinen wieder verließ.

Viktor

Die Zeit im Auge machten sich die Runner auf den Weg zu Viktors Adresse. Wobei “Adresse” übertrieben war, denn sie hatten lediglich die Nummer eines Blocks und der war gelinde gesagt scheißgroß. Sie sahen sich kurz dort um, doch sie konnten keinen verwertbaren Hinweis finden. Dann kamen die Jungs auf eine geniale Idee: sie fragten die Obdachlosen, die vor dem Gebäude lungerten. Und mittels einer kleinen Bestechung in Form von ein paar Bier aus dem schier unerschöpflichen Bestand aus Hatoris Manteltaschen, bekamen sie Auskunft über Stockwerk und Zimmernummer des Genossen Viktor: 39. Stock, Appartement 250.
Vor seiner Tür angekommen unternahm Vivi erstmal eine kurze Reise auf Geistebene, um die Lage zu checken. Alles ruhig, der Typ schlief in seinem Bett. Wie bislang jedes mal in dieser Nacht, kann sie nur noch einen Abdruck des Artefakts finden. Sie zieht sich zurück und berichtet. Also der direkte Weg. Britz klopfte. Ein Schlurfen war zu vernehmen, als der Typ zur Tür kommt und durch den Spion schielt. Alle vier stehen deutlich sichtbar auf dem Flur. Er will natürlich wissen, was sie wollen und versucht sie auf morgen zu vertrösten. Das kommt natürlich nicht in Frage, sie brauchen Antworten. Jetzt. Er will einen Treffpunkt ausmachen, aber die Gruppe befürchtet – vermutlich zurecht – dass der Kerl sich dann aus dem Staub machen würde. Also beschloss Hatori kurzen Prozess zu machen, indem er einfach die Tür eintrat und Lardia “überredete” ihn auch ganz fix dazu, ihnen dabei weiterzuhelfen, die Spur des Talismans weiter zu verfolgen. Nämlich zu seinem Kontakt namens Francis, der sich im “Dirt” herumtreiben sollte. Mittlerweile ist es 03:30 Uhr.

Das Dirt

Das Dirt war eine Punk Kneipe, die sich ansonsten kaum von den anderen unterschied, außer, dass der Barkeeper wesentlich kooperativer war als die vorigen. Zumindest wenn die heiße Elfe ihren beträchtlichen Charme spielen ließ. Er erzählte ihnen, dass er diesen Francis kannte. Es sei ein Typ, der schon seit Jahren herkomme, aber in letzter Zeit wirklich seltsam geworden sei. Die Leute gingen ihm zunehmend aus dem Weg. Das musste ihr Mann sein. Mittlerweile hatte er es sich im Keller einer verlassen Supermarktbaustelle eingerichtet und ließ sich zunehmend immer seltener irgendwo blicken. Sie leerten ihre Alibi-Biere und machten sich auf den Weg.

Der Supermarkt

Als erstes unternahm Vivi eine ihrer Geistreisen. Hier musste sie vorsichtiger sein, denn es war anzunehmen, dass sie hier mit dem letzten Glied in der Kette das erste mal mit jemandem zu tun hatten, der magisch bewandert war. Sie bewegte sich umsichtig durch das Gebäude in Richtung Keller, da bestätigte sich ihr Verdacht. Sie traf auf einen Watcher. Das waren im Grunde harmlose Wesen auf der Geistebene, die allerdings ganz schnell unangenehme Konsequenzen mitbrachten, wenn man einen von ihnen auslöste und damit den Erschaffer alarmierte. Sie sah ihn sich genauer an und kam zu dem Schluss, dass sie nicht unbemerkt an ihm vorbei kam. Wenn sie sich weiter umsehen wollte, musste sie das kalkulierte Risiko eingehen, das Ding aus dem Weg zu räumen. Sie konzentrierte sich und fegte das Ding aus der Daseinsebene, ohne den magischen Alarm auszulösen. Sie wanderte weiter, bis sie zum überfluteten Teil kam. Dort hielt sie inne, denn hier konnte sie einige magische Energien wahrnehmen. Erstens: es befanden sich Wassergeister vor ihr, verborgen unter der ruhigen Oberfläche. Zu gern wäre sie noch ein wenig weiter eingedrungen, aber an denen kam sie nicht vorbei. Die Elementare würden sich ebenfalls manifestieren, sobald jemand das Wasser berührte, oder sie sich weiter näherte. Dann war es auch mit der Heimlichkeit vorbei. Zweitens: sie nahm den gesuchten Talisman wahr. Sie konnte ihn spüren, aber nicht sehen. Seine Signatur war da, aber verfälscht, oder verzerrt. Sie konnte es nicht näher beschreiben. Außerdem war da noch eine weitere Signatur. Was hatte das nur zu bedeuten? Sie konnte sich keinen Reim darauf machen. Es war Zeit umzukehren, hier konnte sich nichts mehr ausrichten.
Zurück in ihrem Körper, berichtete sie den anderen von ihren Erkenntnissen. Nach kurzer Diskussion, ob man sich aufteile solle, entschieden sie sich dagegen. Gemeinsam machten sie sich also auf den Weg uns untere Stockwerk, zur Treppe. Sie kamen ganz gut voran, doch dann stießen sie auf die Wassergrenze. Die Treppe lief darunter weiter, bis zu einer Tür, die sie auf gar keinen Fall erreichen konnten, ohne das Wasser zu berühren. Sie sahen sich an. Die kleine Menschenfrau erklärte ihnen noch einmal, dass sich die Elementare erhoben, sobald sie die Oberfläche durchstießen, und es waren mindestens zwei. Hatori verkündete sowas wie “Ich mache Elementare kaputt!”, und damit war die Entscheidung gefallen. Vivi wirkte noch einen arkanen Schutzzauber, der sich wie eine warme Decke um die ganze Gruppe legte, dann traten sie ins Wasser…

(Auszug aus Vivi’s Tagebuch)
“”/characters/briz-masal" class=“wiki-content-link”>Briz greift nach der Tür, in der Wasserfläche bilden sich Wirbel, die sich aufzutürmen beginnen und von der Reling im nächst höher gelegenen Stockwerk aus brüllt jemand zu uns herunter. Es sind zwei Wassergeister, die sich da zu gefährlichen Gegnern formen und dort oben steht Francis und funkelt uns wütend an. In seiner heruntergekommenen Kleidung wirkt er nicht besonders beeindruckend, doch ich weiß bereits, dass er eine ernstzunehmende Gefahr darstellt. Wie um das zu bestätigen beginnt er einen Zauber zu wirken und uns entgegen zu schleudern. Eine zähe, glibberige Masse trifft mich an Hals und Gesicht. Der Schmerz ist heftig, als sich das Zeug durch die Haut ätzt und ich gehe erneut in die Knie. Das ist wirklich nicht mein Glückstag. Das wird übel werden, ganz übel. Der Kerl hat zwei mächtige Artefakte in seine Gewalt gebracht und es wird einen harter Kampf geben, vielleicht sogar mit schweren Verlusten. Wir werden eingekesselt sein zwischen ihm und seinen Elementaren und er wird uns… PENG!
Francis sackt leblos zusammen, die Wasserwirbel lösen sich auf. Lardia, die die Wand hoch geklettert ist, landet neben ihm, doch es gibt nichts mehr zu tun. Briz lässt den Arm sinken, in der Hand seine Waffe. Soviel dazu."

Briz hatte den Kerl knallhart mit einer Betäubungskugel auf die Bretter geschickt. Was dazu geführt hatte, dass seine geistige Verbindung zu den Elementaren abgebrochen und damit unschädlich gemacht wurden. Perfekt.

Am Ziel

Jetzt galt es nur noch das Artefakt zu bergen, also kletterten sie Lardia hinterher, Hatori die Magierin auf dem Arm. Oben angekommen stiegen sie über den bewusstlosen Francis hinweg, der wohl noch einige Stunden schlafen würde, und nahmen sein Lager in Augenschein. Allerdings gab es dort aus den Artefakten nicht viel zu entdecken. Die gesuchte Statue summte regelrecht vor Macht in ihrem Rucksack. Der andere magische Gegenstand war ein Stab, den Vivi in Ruhe genauer untersuchen müsste, um etwas über ihn zu erfahren. In dem geschwächten Zustand, in dem sie sich jetzt befindet, könnte sie nichtmal mehr die Herkunft eines feuchten Furzes herausfinden. Sie einigten sich darauf, dass der Stab bei ihr wohl am besten aufgehoben war und sie versuchen sollte, etwas über ihn herauszufinden, sobald sie wieder auf dem Damm war. Also brachten sie das Ding zu ihr, bevor sie wieder zu Marys Diner fuhren, um sich mit ihrem Auftraggeber zu treffen. Sie waren mehr als gut in der Zeit und das wurde mit einem saftigen Bonus belohnt. Von dem zweiten Artefakt sagten sie nichts. Als Runner verschenkte man nichts. Keine potenziellen Geldquellen, keine Informationen. Das konnte man sich gar nicht leisten und man musste sehen wo man blieb, darin waren sie sich alle einig.

Ein größeres Problem war das Schicksal des gefesselten Crazy Monkey in ihrem Auto. Sie hatten ihn fast vergessen (außer Hatori. Der schien ihn liebgewonnen zu haben und streichelte ihn ohne Unterlass. Noch ein bisschen mehr und sein Bonsai würde eifersüchtig werden) und jetzt mussten sie entscheiden, was mit ihm geschehen sollte. Er war eine potenzielle Gefahr, aber sie waren keine Mörder, wenn sie nicht mussten und wie Vivi ganz richtig bemerkte, hatte sie lieber eine mögliche zukünftige Allianz, als eine Leiche, die man entsorgen musste. Allerdings konnte sie es sich nicht verkneifen dem Monkey damit zu drohen ihn Hatori als Haustier zu schenken, sollte er ihnen nochmal Ärger machen. Für ihre geringe Größe konnte die winzige Frau erstaunlich angsteinflößend sein. Und so “setzten” sie das Gangmitglied wieder vor der Haustür ab.

…to be continued

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