Every day the same shit

Das Wunderkind

Brennpunkt Uni

Lardia und ich saßen gemütlich in einem Coffeeshop und genossen unseren Sojalatte. Wir verstanden uns gut, sie war witzig und unkompliziert. Sie war neu in der Stadt und hatte Probleme echte Kontakte zu knüpfen. Sahen die Männer typischerweise nur ihren tollen Körper (und der war echt erste Sahne, man konnte es ihnen kaum verdenken), betrachteten die meisten Frauen sie als Konkurrenz. Aber darüber hinaus war sie eine wirklich tolle Gesellschaft, ich mochte sie sehr. So saßen wir entspannt und plauderten, als plötzlich eine alte Bekannte von mir auftauchte. Alexandra Richter – genannt Alexa – eilte auf mich zu. Wir hatten ein paar Semester miteinander studiert, bzw. einige Kurse gemeinsam belegt. Sie begrüßte mich stürmisch, obwohl wir nie viel miteinander zu tun gehabt hatten und sie schien mir ein bisschen verzweifelt zu sein. “Vivi, wie schön! Ich habe gehört du arbeitest jetzt investigativ. Ich brauche dringend deine Hilfe!” sie rang sogar die Hände. Ich warf Lardia einen vielsagenden Blick zu, die grinste nur. Ohne sie weiter zu beachten fuhr Alexa fort und setzte mich darüber in Kenntnis, dass sie nun an der Universität von Seattle als persönliche Assistentin von Lucia Morgan arbeitete. Ich musste kurz überlegen, aber da fiel es mir wieder ein: Lucia Morgan war der Superstar der Uni und ein Ausnahmetalent der magischen Szene. Schon mit jungen Jahren besaß sie die Macht praktisch jede Art der Magie auszuführen die man ihr zeigte, scheinbar ohne darin geschult, oder geübt zu sein. Das war unglaublich und natürlich hatte ich schon einiges von ihr gehört, oder vielmehr gelesen. Alexa warf sich stolz in die Brust, dass ihr Lucias Betreuung übertragen worden war und war der Überzeugung, das könne ihr großer Durchbruch sein. Ich konnte sie nur anstarren. Durchbruch? Welcher halbwegs vernünftige Mensch kam denn auf den Gedanken, ein Assistenzjob könnte den eigenen Durchbruch bedeuten? Und sei der betreffende Mensch noch so talentiert und berühmt. Leute gabs, da konnte man echt nur mit dem Kopf schütteln. Lardia und ich tauschten Blicke und es war deutlich, dass sie sich das Lachen verbiss. Alexa ging völlig in ihrer Rolle der Dramaqueen auf, als sie uns berichtete, dass Lucia sich seit etwa zwei Wochen seltsam verhielt, sie nicht mit einbeziehe und nicht zu Terminen erschien, was Alexa in Verlegenheit brachte. Sie wirkte verliebt und fast täglich setzte sie sich abends ab und verschwand für Stunden. Obendrein schien sie einen dubiosen Verehrer zu haben, der einen roten Mustang fuhr. Ich musste mich beherrschen, um nicht die Augen zu verdrehen, doch trotz allem tat mir Alexa irgendwie leid. “Wirst du diesen Fall übernehmen, Vivi?”, mit ihren großen Kulleraugen sah sie mich hoffnungsvoll an. Ein letztes Mal sah ich zu Lardia hinüber, die grinsend die Achseln zuckte. Also dann, wir waren drin. Minuten später holte uns eine große, schwarze Limousine ab und brachte uns zum Campus der Universität von Seattle.
Um 16 Uhr gab es einen Termin, bei dem mal wieder vor großem Publikum Lucias Fähigkeiten getestet werden sollten. Solche Tests gab es regelmäßig. Zum einen zu Publicityzwecken für die Uni und zum anderen natürlich aus Forschungsgründen, denn ihre Fähigkeiten waren tatsächlich fast nicht zu glauben. Ich musste zugeben, ich war selbst ein wenig neugierig.
Es handelte sich um eine Levitationsübung, bei der sie ohne Vorbereitung einen mehrere Tonnen schweren Felsblock anheben sollte. Wie üblich hatten sich Zuschauer aller Art eingefunden: Neugierige, kritische Gelehrte, Sensationslustige, ein paar Leute von der Presse und sogar ein kleiner Fanclub hatten sich auf der gesicherten Tribüne eingefunden, um das Schauspiel zu beobachten. Und dann betrat Lucia den Schauplatz. Sie war eine unauffällige, ca 20-jährige Frau und sie schien nicht nur nicht aufgeregt, sondern sogar etwas genervt zu sein. Naja vermutlich legte sich die Aufregung, vor einem riesigen Publikum schwierige magische Kunststücke vorzuführen irgendwann nach dem 20sten Auftritt.
Völlig gelangweilt hob sie das Gewicht empor und ließ es einige Meter über dem Boden schweben. Nach kurzer Zeit ließ sie es wieder herabsinken, machte auf dem Absatz kehrt und verließ die Veranstaltung ohne ein Wort, Alexa dicht auf den Fersen.
Wir brauchten Informationen zu Lucias Werdegang und der Fanclub schien die beste Option darzustellen, also machten wir uns an sie ran. Sie waren im 2. Semester ihres Hermetikstudiums, in einer nicht nennenswerten Verbindung, der auch Lucia anfangs angehört hatte und die Sprecherin der kleinen Gruppe entsprach voll und ganz dem Klischee eines Mauerblümchens: unscheinbar, langweilig und fettsträhnige Haare. Sie brachte eine fiebrige Begeisterung für alles was mit Lucia zu tun hatte auf und war damit eine willkommene Informationsquelle, wenn auch leider nicht ganz so ergiebig wie erhofft. Zum Beispiel hatte sie noch nie etwas von einem heimlichen Liebhaber gehört, unisono waren sie alle geradezu entsetzt bei dem Gedanken an eine solche Ablenkung von ihrem Studium. Wer habe denn schon Zeit für so etwas?! Also ich hatte definitiv Zeit für sowas gehabt, murmelte ich so leise vor mich hin, dass sie es nicht hören konnten. Lardia grinste. Ihr Gehör war wirklich außerordentlich. Die einzig nützliche Information der Mädels war der Hinweis auf Lucias Heimat und ihre Mutter die dort noch immer lebte.
Wir machten uns auf die Suche nach dem Mädchen. Das Wunderkind selbst war mittlerweile selbstverständlich in eine angesagte Verbindung gewechselt, leider auch mit entsprechend hohem Sicherheitslevel: einem ausgebildeten und äußerst fähigen Sicherheitsmann am Verbindungshaus, den sogar Lardias geballter Charme nicht aus der Reserve lockte. Wow. Erstaunlicherweise saß auch Alexa auf einem Mäuerchen vor dem Gebäude und trank ihren wohl hundertsten Kaffee aus einem Pappbecher. Auf Nachfrage erklärte sie uns, sie habe nicht die Sicherheitsfreigabe Lucia ins Verbindungshaus zu folgen. Anscheinend von dem kleinen Sonnenschein höchstpersönlich veranlasst. Nett.
Also legten wir uns irgendwo in Sichtweite auf die Lauer und wir mussten auch nicht lange warten, da sahen wir einen roten Mustang im der Nähe des Gebäudes halten, die Beifahrertür öffnete sich von Geisterhand, schloss sich und der Wagen fuhr los. Nichts wie hinterher!
Wir fanden den Wagen vor einem einem Gebäude mit Wohnungen für Handwerker und anderes Personal der Universität stehen. Zum Glück war der Wagen nicht gerade unauffällig, sonst hätten wir ihn niemals wieder gefunden. Lardia und ich machten es uns auf der Wiese vor dem Gebäudekomplex bequem, wie es viele Studenten taten. Dann ließ ich meinen Körper dort zurück, als ich mich mit meinem Geist auf die Suche nach den beiden machte. Obwohl “suchen” musste ich die beiden allerdings nicht mehr. Sie vögelten in einem Zimmer der oberen Stockwerke und strahlten dabei magisch so grell wie zwei Sonnen, unmöglich zu übersehen (Kein Wunder, dass sie es nicht im Studentenviertel tun wollten). Aber das brachte mich dann doch zum stutzen. Ja, BEIDE. Das war interessant. Näher ranzugehen brauchte ich nun wirklich nicht, also kehrte ich unversehens zu Larida zurück, um ihr zu berichten, was ich entdeckt hatte.

Wir saßen noch auf der Wiese und berieten uns, da kam ein Klempner… Infos über Patrick. Ca zwei Monate – etwa gleiche Zeit wie das seltsame Verhalten von Lucia… Besuch bei Lucias Mutter – “Interview” – Keine Geschwister – Mutter nicht magisch begabt, lt Mutter der Vater nicht. ….Besuch im magischen Förderzentrum von Lucia – Direktor sagt Vater sei magisch sehr begabt gewesen! und es habe einen Zwillingsbruder gegeben, der zusammen mit dem Vater bei einem Autounfall vor vielen Jahren ums Leben gekommen sei. Recherche Vivi: Bericht über Autounfall – Wagen von Straße abgekommen – ggf. Angriff – Klippe herabgstürzt – abgebrannt – keine Überreste gefunden…. Lucia schon früh magisch sehr begabt, aber unauffälliges Kind…. Zurück nach Seattle… magische Suche nach Patrick erfolglos… Besuch beim Verbindungshaus des Fanclubs – manipulation der Rohre →Wasserrohrbruch – Patrick kommt zum Reparieren – auf magischer ebene starke Signatur – Ähnlichkeit zu Lucia – Vivi ist sich sicher, dass er ihr Buder ist. … Treffen mit Lucia und Konfrontation “weißt du eigentlich, dass du deinen bruder fickst?” … großer Showdown im Handwerkerhaus: Lucia brüllt Patrick an und richtet ihre Magie gegen ihn – unbekannter Beobachter auf magischer Ebene – Patrick Gegenangriff – Lucia wird gegen Wand geschleudert und übel verletzt – Vivi lenkt ihn ab und Lardia schneidet ihm ein Amulett vom Hals – Patrick erreicht eine gewisse Klarheit – entschuldigt sich bei Lucia, sagt er liebe sie und habe das tun müssen, dann ist er weg. Vivi und Lardia hauen ab – Verbot fürs Unigelände auf Lebenszeit…. Lucia Querschnittsgelähmt, überlebt aber. (Darf gerne ergänzt und ausgeführt werden ;) )

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eenara

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